Ella und der Superstar

Zwei Jahre nach „Ella und das große Rennen“ kommt nun die Fortsetzung „Ella und der Superstar“ ins Kino, deren Inhalt schon der Titel andeutet: Um den Wunsch, ein Superstar zu sein geht es in diesem Abenteuer, in dem Ella eher eine Nebenrolle spielt und statt dessen ihr Schulkamerad Pekka im Mittelpunkt steht. Ähnlich wie der erste Teil ist auch die Fortsetzung ein klamaukiger, wilder Spaß für junge Kinder.

Webseite: www.filmkinotext.de

OT: Ella Ja Kaverite 2
Finnland 2013
Regie: Marko Mäkilaakso
Buch: Timo Parvela, Marko Mäkilaakso, nach den Kinderbüchern von Timo Parvela
Darsteller: Freja Teijonsalo, Aura Mikkonen, Emilia Paasonen, Artturi Auvinen, Aki Laiho,
Jyry Kortelainen, Eetu Julin, Robin Packalen
Länge: 86 Minuten
Verleih: Film Kino Text
Kinostart: 12. Februar 2015
 

FILMKRITIK:

Es ist nicht mehr lang bis zu den Sommerferien, doch ein Test steht für Ella (Freja Teijonsalo) und ihre Klassenkameraden noch an: Das 1×1 will der Lehrer den Kindern unbedingt beibringen, denn Rechnen ist wichtig. Fast allen Kindern fällt das auch nicht schwer, nur Pekka (Jyry Kortelainen) hat anderes im Kopf und träumt von einer Karriere als Rockstar. Sein großes Idol ist die Sängerin Elviira (Malla Malmivaara), die bald ein Konzert im kleinen finnischen Städtchen geben soll, in dem die Geschichte spielt. Seine Mutter, die auch noch die Direktorin der Zwergschule ist, ist von der Karriereplanung ihres Sohns zunächst wenig begeistert und setzt den Lehrer unter Druck: Wenn Pekka den Test nicht besteht, muss der Lehrer eine besonders gefürchtete Klasse übernehmen.

Und auch seine Freunde versuchen Pekka zu helfen: Nicht nur beim Mathe-Test, sondern auch bei seinem Traum, ein Superstar zu werden. Durch einige Zufälle scheint das auch zu gelingen: Beim anstehenden Konzert soll Elviira ein Duett mit Pekka singen, doch es gibt einige Hindernisse. Zum einen ist Pekka weder im Singen noch im Tanzen besonders talentiert, zum anderen ist Elviira einfach verschwunden. Ihr windiger Manager Robin (Robin Packalen) ignoriert diesen Umstand jedoch geflissentlich und gaukelt Pekka die Erfüllung seiner Träume vor.

Viel Handlung haben Regisseur Marko Mäkilaakso und sein Co-Autor Timo Parvela in den zweiten „Ella“-Film gepackt, der erneut auf den auch in Deutschland erfolgreichen Kinderbüchern von Timo Parvela basiert. Dabei verlieren sie bisweilen die Übersicht über die zahlreichen Handlungsstränge, die sich zum Teil auf wenig glaubwürdige Weise auflösen, zum Teil minutenlangen Slapsticknummern Platz machen, die den Machern mehr am Herzen zu liegen scheinen, als eine überzeugende Erzählung. Das ist schade, denn die Themen, die in „Ella und der Superstar“ angeschnitten werden, würden viel Stoff bieten: Um den Wunsch, ein Star zu sein geht es, damit einhergehend um die Frage, warum es denn überhaupt notwendig ist, so etwas wie das 1×1 zu lernen, wenn man ohnehin bald reich und berühmt sein wird und viele Assistenten hat. Doch die Beschäftigung mit diesen Themen bleibt im Ansatz stecken, was zwar einerseits übermäßige Didaktik verhindert, andererseits auch zu einem fahrigen Erzählton führt.

Im Zweifelsfall entscheidet sich Marko Mäkilaakso stets für Klamauk, wählt immer eher einen visuellen Gag, als sich Zeit zu nehmen, die Figuren lebendiger zu gestalten. Dass sich am Ende sämtliche Handlungsstränge in Wohlgefallen auflösen, ein großes Konzert aller Beteiligten alles in Wohlgefallen auflöst, fällt dann auch nicht mehr ins Gewicht. Junge Kinder mag das amüsieren, ihre Erziehungsberechtigten dürften sich dagegen eher verwundert die Augen reiben.
 
Michael Meyns