Eltern

Jahrelang war Konrad mit Überzeugung Hausmann und Vater. Als er beschließt, in seinen Beruf als Theaterregisseur zurückzukehren, gerät das einigermaßen sortierte Leben der vierköpfigen Berliner Familie durcheinander…
Ganz nah am Alltag junger deutscher moderner Paare, manchmal berührend, vor allem aber sehr komisch erzählt Robert Thalheim (NETTO, AM ENDE KOMMEN TOURISTEN) von den Schwierigkeiten, Kinder, Berufung und eine halbwegs faire und funktionierende Beziehung unter einen Hut zu bekommen. Mit einem überragenden Charly Hübner, einer überzeugenden Christiane Paul und ganz sagenhaften Kinderdarstellern. Wirklich gelungen!

Webseite: www.eltern-derfilm.de

Regie: Robert Thalheim
Drehbuch: Jane Ainscough, Robert Thalheim
Kamera: Henner Besuch
Schnitt: Stefan Kobe
Hauptdarsteller: Charly Hübner, Christiane Paul, Clara Lago, Emilia Pieske, Maren Eggert
Länge: 90 Minuten
Verleih: DCM
Starttermin: 14.11.2013

PRESSESTIMMEN:

"Witz, Wahrhaftigkeit, grandiose Akteure (Charly Hübner, Christiane Paul). Die beste deutsche Kinokomödie des Jahres."
Süddeutsche Zeitung

Robert Thalheim hat – auch dank eigener Erfahrungen – den alltäglichsten Film übers Elternsein gedreht: chaotisch, beiläufig und in jeder Szene vollkommen authentisch. (…) Der gelungenste Film übers Elternsein.
Die Zeit

Robert Thalheim („Westwind“) gelingt eine bis ins Detail stimmige Alltagsstudie, die mit berührender Ernsthaftigkeit und großer Leichtigkeit den Spagat zwischen Erziehung, Partnerschaft und Beruf beschreibt. Die Verletzlichkeit und Offenheit, mit der Charly Hübner und Christiane Paul ihre Rollen verkörpern, lässt eine Lebensnähe entstehen, die einem den Atem raubt.
Cinema

Sympathisch, lustig und furchtbar wahr.
Brigitte

Ganz großes Kino – Grandios gespielt – Ein großartiger Film.
TTT – Titel, Thesen, Temperamente

…konzentriert sich Thalheim ganz auf die Mechanik des Alltags, vermeidet allzu eindeutige Schuldzuweisungen. Was natürlich auch an der Interpretation der beiden großartigen Hauptdarsteller wie an den Kinderdarstellern liegt.
epd Film

"…eine Wucht."
KulturSPIEGEL

FILMKRITIK:

ELTERN beginnt mitten im Familienchaos. Es ist Kindergeburtstag und eine Horde von 5- bis 10-jährigen Kindern in selbstgebastelten Kostümen tobt durchs Wohnzimmer. Mitten im Getümmel steht Konrad (Charly Hübner), der Vater von Emma (5) und Käthe (10) und macht den Animator, bis mit großem Hallo das Buffet zu Bruch geht. In der Küche unterhalten sich die Mütter: „Du weisst ja, dass wir alle wahnsinnig neidisch sind auf deinen tollen Mann.“ sagt Sigrid zu Christine, Emmas und Käthes Mutter. Christine (Christiane Paul) lächelt höflich, es sieht ein bisschen gequält aus.

Anders als die meisten Filme über Hausmänner und Väter, beschäftigt sich ELTERN nicht mit den Widrigkeiten des Vaterwerdens und Windelwechselns, sondern beginnt seine Erzählung zu dem Zeitpunkt, an dem Konrad aus dem Vatersein eigentlich wieder aussteigen und in seinen Beruf als Theaterregisseur zurückkehren will. Theoretisch ist alles geklärt und auch ein Au Pair ist engagiert, um die Betreuungslücke zu füllen. Aber praktisch ist alles dann doch nicht so einfach. Nach Jahren uneingeschränkter Aufmerksamkeit sehen Käthe und Emma keinen Grund, auf einmal zurück zu stecken, als Anästhesistin ist Christines Job per se immer wichtiger als Konrads und das argentinische Au pair-Mädchen Isabel braucht, wie sich bald heraus stellt, selbst Unterstützung.

Wie schon in AM ENDE KOMMEN TOURISTEN findet Robert Thalheim auch bei ELTERN diesen speziellen Tonfall zwischen Wahrhaftigkeit und Komödie, der ganz entfernt an Mike Leigh erinnert. Konrad und Christine sind Eltern, wie sie einem täglich in Kreuzberg begegnen. Eltern, die es gut meinen mit ihren Kindern und miteinander, deren hohe Ideale von Erziehung, Beziehung und Berufung aber gnadenlos an der Realität scheitern. Die Geschichte dieses Scheiterns (und Wiederaufrappelns) erzählen Thalheim und seine Drehbuchautorin Jane Ainscough mit großer Nähe zu den Personen und ernsthaftem Interesse an den Fragen, die sie bewegen, vor allem aber mit viel Gefühl für die Komik des Alltags.

Ein weiteres Highlight von ELTERN sind Emma und Käthe und deren herausragende Darstellerinnen Emilia Pieske und Paraschiva Dragus. Mit ihrer Sturheit und Quengelei rauben einem die beiden Kinder den letzten Nerv, aber mit der Zeit lernt man sie dann doch schätzen.

Hendrike Bake