22 Jahre nach dem Originalfilm gibt es nun das Sequel. Weil wir im Zeitalter der Nostalgie leben, in der die Hits von ehedem mit den Stars von damals fortgeführt werden. Die Magie des Originals wird dabei nur selten heraufbeschworen, zumeist bleibt ein etwas fader Geschmack. Den könnte man auch „Freakier Friday“ attestieren, aber zumindest punktet der Film bei seiner Comedy, und das vor allem dank Jamie Lee Curtis.
Über den Film
Originaltitel
Freakier Friday
Deutscher Titel
Freakier Friday
Produktionsland
USA
Filmdauer
120 min
Produktionsjahr
2025
Regisseur
Nisha, Ganatra
Verleih
The Walt Disney Company (Germany) GmbH
Starttermin
31.07.2025
Vor 22 Jahren tauschten Tess Colman und ihre Tochter Anna die Körper. Seitdem ist viel passiert. Tess ist jetzt nicht nur Großmutter, sondern auch Therapeutin und gibt in einem Podcast Ratschläge, ihre Tochter ist Musikproduzentin und alleinerziehende Mutter einer Teenagerin: Harper. Harper hat in der Schule ihre Probleme mit Lily, und das umso mehr, als ihre Mutter sich in Lilys Vater verliebt. Die Aussicht, Stiefschwestern zu werden, gefällt ihr gar nicht. Verkompliziert wird das alles dann, als ein kosmischer Unfall passiert, der erneut zum Körpertausch führt. Allerdings nicht nur von zwei, sondern gleich vier Frauen!
Das folgt der Maxime eines jeden Sequels: Mehr vom gleichen, aber größer und spektakulärer. Tatsächlich funktioniert das auch hier insofern, weil der Körpertausch von gleich vier Frauen die Fettnäpfchen potenziert und für reichlich Irrungen und Wirrungen sorgt. Die sind mal mehr, mal weniger amüsant. Wirklich großartig sind sie immer dann, wenn Jamie Lee Curtis im Fokus steht.
Sie hat es in ihrer Karriere nicht allzu oft gezeigt, aber sie ist in komischen Rollen großartig. Ganz anders hingegen Lindsay Lohan als ihre Tochter. Ihr fehlt einerseits die Unbeschwertheit ihres jüngeren Ichs, andererseits wirkt sie in den komischen Momenten etwas verloren. Es gelingt ihr nicht, mit Gags zu punkten. Wo sie früher gut darin war, eine Frau mittleren Alters im Körper eines Teenies zu spielen, hat sie nun Schwierigkeiten, den Teenie in der älteren Frau herauszukitzeln.
Der Roman, auf dem der erste Film basiert, erschien 1972, nur vier Jahre später gab es die erste Verfilmung mit Jodie Foster, und dann 2003 das Remake. Regisseurin Nisha Ganatra ist offenkundig ein Fan der beiden vorherigen Filme. Sie erweist ihnen liebevoll die Reverenz und baut auch ein paar hübsche Cameo-Momente ein.
„Freakier Friday“ wirkt im Vergleich zum Original jedoch überdreht. Als ob zu viel hineingesteckt werden sollte, was einerseits Segen, aber auch Fluch sein kann. Weil sich zum einen viel tut und so eine erzählerische Rasanz besteht, andererseits aber auch viel nur gestreift wird.
Am Ende bleibt im Grunde nur die Frage, ob bei Erfolg wieder Jahrzehnte ins Land ziehen sollen oder gleich „Freakiest Friday“ in Auftrag gegeben wird…
Peter Osteried