G.O.A.T. – Bock auf große Sprünge

„Bock auf große Sprünge“ lautet der Untertitel von „G.O.A.T.“, man hätte aber auch „Der Film mit dem Mercedes-Stern“ verwenden können. Aber der Reihe nach. Die Sony-Produktion ist ein auf ein kindliches Publikum abzielender Film über einen Ziegenbock, der zu gerne beim Roarball, einer tierischen Variante von Basketball, mitmachen möchte. Aber die Spieler müssen in der Regel groß sein.

 

Über den Film

Originaltitel

GOAT

Deutscher Titel

G.O.A.T. – Bock auf große Sprünge

Produktionsland

USA

Filmdauer

60 min

Produktionsjahr

2026

Regisseur

Tyree Dillihay, Adam Rosette

Verleih

Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Starttermin

19.02.2026

 

Will ist seit Kindheitstagen ein Fan der Roarball-Spielerin Jett Filmore. Ein Jahrzehnt lang träumt er schon, mit ihrem Team, den Thorns, die seit ewigen Zeiten nur verlieren, zu spielen, aber die Spieler sind in der Regel große Tiere wie Gorilla oder Pferde. Einen kleinen Ziegenbock nimmt da niemand ernst, aber dennoch erhält er seine Chance, dem Team beizutreten, nur muss er dann merken, dass Jett ihn nicht spielen lassen will…

Es ist die typische Sportler-Underdog-Geschichte, die hier erzählt wird, und zwar frei von jedem originellen Gedanken. Das einzig Amüsante sind ein paar Neben-Gags, die mit der eigentlichen Handlung im Grunde nichts zu tun haben. Da kann man schon mal schmunzeln, während die Sportler-Story recht bleiern und vorhersehbar dargeboten wird – anthropomorphe Figuren hin oder her.

Aber gut, es ist ein solider Kinderfilm und die Macher scheinen nicht die Ambition gehabt zu haben, es mit Pixar-Produktionen aufzunehmen, die es schaffen, Geschichten zu erzählen, die nicht nur Kids ansprechen. Umso kurioser ist, dass „G.O.A.T.“ wie ein überdimensionaler Mercedes-Werbespot daherkommt. Product-Placement ist man bei Realfilmen ja mittlerweile gewöhnt. Da geht es sogar ein bisschen unter. Aber hier ist es so, dass die Bewohner dieser Welt in Autos herumfahren, die nicht realen Vorbildern folgen. Außer natürlich, jemand fährt einen Benz. Es ist geradezu peinlich, wie der Stern immer wieder in den Fokus gerückt wird. Das hat sich der Autokonzern sicherlich einiges kosten lassen. Und ja, Gratulation, wir jeden sogar darüber. Nicht positiv natürlich, aber schlechte Publicity gibt es angeblich nicht.

Wer sich nicht daran stört, ständig mit Werbung bombardiert zu werden, dem präsentiert sich der Film als passable Unterhaltung für Kids, nur dass da das Problem die Laufzeit von 100 Minuten ist. Weniger ist, je jünger das Publikum wird, einfach mehr.

In erster Linie mutet der Film so an, als wolle Sony unbedingt auf den Animationsspielfeld mitmischen, aber dabei ergeht es den Film wie den Thorns. Es reicht einfach nicht für den Sieg. Vielleicht hätte Sony einen eigenen Will gebraucht, umgesetzt auf die Welt des Films wäre das dann wohl ein Filmemacher gewesen, der aus der Norm herausfällt.

 

Peter Osteried

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