Greenland 2

Die aktuell größte Gefahr für Grönland scheint vom Bewohner im Weißen Haus auszugehen, in Ric Roman Waughs postapokalyptischen Actiondrama „Greenland 2“ sind es Meteoritbrocken und radioaktive Stürme, die eine Kleinfamilie um Gerald Butler zur Flucht von der Insel animieren. Schnörkellos, dramatisch, aber auch weitestgehend konfliktfrei geht die Reise vonstatten und entwickelt sich zu einem eher schlichten, aber unterhaltsamen Film.

 

Über den Film

Originaltitel

Greenland 2: Migration

Deutscher Titel

Greenland 2

Produktionsland

USA

Filmdauer

99 min

Produktionsjahr

2025

Produzent

Butler, Gerard / Iwanyk, Basil / Siegel, Alan / Boyea, Brendon

Regisseur

Waugh, Ric Roman

Verleih

Tobis Film GmbH

Starttermin

08.01.2026

 

Einige Jahre nach dem Einschlag des Kometen Clarke, der weite Teile der Erde verwüstete und Milliarden Menschen das Leben kostete, lebt eine Gruppe von Überlebenden in einem Bunkersystem unter der Thule Air Base auf Grönland. Unter ihnen befindet sich der Ingenieur John Garrity (Gerald Butler), seine Frau Allison (Morena Baccarin) und ihr inzwischen 15jähriger Sohn Nathan (Roger Dale Floyd).

Während der sich in der Schule langweilt und John mit einem dicken Schutzanzug bekleidet über die postapokalyptische Landschaft wandert und nach Nützlichem sucht, diskutiert Allison mit anderen Vertretern des Führungsstabes, wie es weitergehen soll: Die Lebensmittel werden knapp und draußen haben sich die Verhältnisse wider aller Hoffnung nicht so entwickelt, dass man bald mit dem Aufbau einer neuen Zivilisation beginnen könnte.

Doch es gibt eine sehr vage Hoffnung: Im Süden Frankreichs, dort, wo der Komet Clarke einschlug, soll sich Gerüchten zufolge neues Leben entwickeln. Im Krater des Kometen scheint die Luft rein zu sein und Landwirtschaft möglich.

Bevor die Gemeinschaft jedoch zu einer Entscheidung über die Zukunft kommen kann, beenden neue Kometeneinschläge das Leben im Bunker. Dankenswerterweise liegen einige Rettungsboote am Ufer, bald ist das englische Festland erreicht und so beginnt die Reise in den – vielleicht – rettenden Süden.

Vor einigen Jahren überraschte der postapokalyptische Actionfilm „Greenland“ an den Kinokassen, vor allem aber auch inhaltlich. Denn das Drama um den drohenden Einschlag eines Kometen überzeugte weniger durch aufwändige Spezialeffekte, als durch eine Geschichte, in der ein Vater um den Zusammenhalt seiner Familie kämpfte. Am Ende hatte es die neu zueinander gefundene Kleinfamilie in den rettenden Bunker nach Grönland geschafft, womit der Titel des Films zumindest ganz am Ende gerechtfertigt wurde.

Bei der angesichts des Erfolges wohl unweigerlichen Fortsetzung läuft es andersrum ab: Grönland ist nach kaum 20 Minuten verlassen, das Ziel ist diesmal der Süden Frankreich, man könnte sagen: Die Côte d’Azur. Die sieht allerdings wie sämtliche Landschaften des Films aus wie das zeitgenössische Island, denn dort entstand ein Film, der sich einer etwas schlichten Struktur bedient.

In kurzen Episoden bewegt sich die Handlung, anfangs hat Familie Garrity noch ein paar Begleiter, doch die sind kaum mehr als Kanonenfutter. Alle paar Kilometer begegnen ihnen erstaunlich hilfsbereite Menschen, die erstaunlicherweise auch nach Jahren des Lebens in der Postapokalypse noch funktionierende Autos mit vollem Tank in der Garage stehen haben und auch ausreichend Wein im Keller, um zumindest anstoßen zu können.

Man merkt: Mit innerer Logik hat es „Greenland 2“ nicht allzu sehr, Dinge passieren, weil sie passieren müssen, wenn die Handlung weitergehen soll, für einige schöne Bilder von postapokalyptischen Landschaften reichte das Budget, für ein überzeugendes Drehbuch dann doch nicht. Dennoch: Es entbehrt nicht eines erheblichen Unterhaltungswert zuzusehen, wie das Raubein Gerald Butler mit seiner Familie eine heikle Situation nach der anderen bewältigt, um sie ins rettende Paradies zu führen.

 

Michael Meyns

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