Herr Bello

Seit seine Mutter gestorben ist, lebt der 12jährige Max allein mit seinem Vater in einem malerischen Dorf und wünscht sich nichts sehnlicher als einen Freund. In Gestalt des Hundes Bello scheint dieser Wunsch in Erfüllung zu gehen, doch Bello verwandelt sich bald in einem Menschen. Als Herr Bello erleben er und Max etliche Abenteuer, bevor die Ordnung in Max’ Familie komplett wieder hergestellt ist. Ein schöner Kinderfilm, dessen bisweilen überraschend absurder Humor auch Erwachsenen gefallen dürfte.

Webseite: www.herrbello.film.de

Regie: Ben Verbong
Buch: Ulrich Limmer, Paul Maar
Kamera: Jan Fehse
Schnitt: Alexander Dittner
Musik: Konstantin Wecker
Darsteller: August Zirner, Armin Rohde, Sophie von Kessel, Manuel Steitz, Jan-Gregor Kremp, Badesalz, Barbara Schöneberger
Deutschland 2006, 96 Minuten, Format 1:1,85
Verleih: Constantin
Kinostart: 17. Mai

PRESSESTIMMEN:

Der ebenso einfalls- wie temporeiche Kinderfilm legt nach verhaltenem Anfang beträchtlich zu und zeigt sich von seiner unterhaltsamsten Seite. Auch die spielfreudigen Darsteller tragen zu der gelungenen Inszenierung bei. – Sehenswert ab 8.
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FILMKRITIK:

Mit den Sams-Filmen feierten sie große Erfolge. Jetzt nimmt sich das Trio um Regisseur Ben Verbong, Drehbuchautor und Produzent Ulrich Limmer und Paul Maar, Autor der Romanvorlage, einen weiteren Kinderbuchklassiker vor. Erneut geht es um eine magische Verwandlung, die das Leben einer ganz normalen Familie durcheinander bringt. Zu Beginn des Films lebt der 12jährige Max (Manuel Steitz) mit seinem Vater, dem Apotheker Sternheim (August Zirner) in einer ländlichen Idylle. Doch Max ist nicht ganz glücklich. Seit seine Mutter gestorben ist, sucht er einen besten Freund. Gleichzeitig beobachtet er mit besorgter Miene, die Versuche des Vaters eine neue Frau zu finden.

Auf dem Bauernhof von Edgar (Jan-Gregor Kremp) begegnet Max dem streunenden Hund Bello und schließt ihn sofort ins Herz. Die Promenadenmischung scheint genau der Freund zu sein, den Max immer gesucht hat. Doch eine geheimnisvolle Tinktur verwandelt Bello ganz plötzlich in Herrn Bello (Armin Rohde), der zwar Menschengestalt hat, aber sich meist aufführt wie ein Hund. Während Max auch den neuen Bello ins Herz schließt, ist sein Vater skeptischer. Zumal auch Herr Bello sich Hals über Kopf in Verena Lichtblau (Sophie von Kessel) verliebt, die als Untermieterin in das Haus der Sternheims eingezogen ist und endlich die richtige Frau für den Vater zu sein scheint. Doch bis es zum Happy End kommt und auch Herr Bello eine ihm passende Frau gefunden hat, erlebt Max aufregende Abenteuer.

In einer wahren Idylle inszeniert Ben Verbong diesen Film und beschwört bisweilen etwas penetrant den Gegensatz zwischen vorgeblich heiler Natur und den Auswüchsen der Stadt, aus der Verena Lichtblau geflohen ist. Dass nur eine neue Mutter die Kleinfamilie wieder vervollständigen und Max zu einem glücklichen 12jährigen machen kann, erscheint in der heutigen Zeit zwar als etwas veraltete Moral, lässt sich aber meistens übersehen. Denn so konservativ Herr Bello über weite Strecken auch anmutet, bisweilen ist ihm ein herrlich absurder Humor zu Eigen. Besonders Armin Rohde hat sichtliches Vergnügen daran, sich wie ein Hund aufzuführen, zu hecheln und zu schnaufen, sich ins Hundekörbchen schlafen zu legen und generell all das zu tun, was für Menschen gemeinhin als unschicklich gilt. So bietet Herr Bello auch für Erwachsene ausreichend interessante Momente, nicht zuletzt einen ausgesprochen komischen Auftritt des hessischen Komikerduos Badesalz. 

Michael Meyns