How to Make a Killing: Todsicheres Erbe

Erst im November lief der französische Film „How to Make a Killing“ im Kino, die amerikanische Produktion „How to Make a Killing – Todsicheres Erbe“ hat damit aber nicht zu tun. Vielmehr mutet er an wie eine moderne Version des britischen Films „Adel verpflichtet“ aus dem Jahr 1949. Dort wollte ein armer Verwandter alle reichen Familienmitglieder beseitigen, um zu erben. Nichts anderes hat Glen Powell in der modernen Komödie vor.

 

Über den Film

Originaltitel

How to Make a Killing

Deutscher Titel

How to Make a Killing: Todsicheres Erbe

Produktionsland

GBR, FRA

Filmdauer

105 min

Produktionsjahr

2026

Regisseur

Ford, John Patton

Verleih

STUDIOCANAL GmbH

Starttermin

09.04.2026

 

Als Becket geboren wird, wächst er in relativer Armut auf, denn seine Mutter Mary, die Tochter von Whitelaw Redfellow, der an die 20 Milliarden Dollar schwer ist, hat sie verstoßen, als sie schwanger wurde. Nach ihrem Tod trachtet Becket danach, das Leben zu bekommen, das ihm zusteht. Er hat es seiner Mutter versprochen. Da ist günstig, dass er in der Erbfolge an achter Stelle steht. Das heißt, es müssen nur sieben Redfellows sterben, damit er ans Milliardenerbe kommt…

Mit der Erbfolge hat der Film recht, in den USA, wo es keinen Pflichtteil gibt, lässt sich die aber mittels Testaments einfach aushebeln. Das ist im Film aber gar kein Thema. Überhaupt interessiert sich Autor John Patton Ford kaum für Logik oder Ungereimtheiten. Darum auch die Rahmenhandlung, durch die Glen Powells Figur zum Erzähler wird, der wenige Stunden vor seiner Exekution dem Priester die Geschichte erzählt, wie er hier landete. Dass er hier Morde gesteht, für die er gar nicht inhaftiert ist, scheint ihn nicht zu stören. Und nein, es ist keine Beichte, so dass das Beichtgeheimnis nicht greift. Aber auch der Umstand, wieso er überhaupt in dieser Zelle ist, ist an den Haaren herbeigezogen. Logik hat hier offenkundig nichts zu suchen.

Der Film hat eine Laufzeit von knapp 100 Minuten, fühlt sich aber länger an. Er plätschert vor sich hin, nett anzusehen, aber keineswegs mitreißend und relativ frei von Höhepunkten. Selbst das, was man wohl als das große Finale sehen muss, verpufft, weil danach weiteres Plätschern stattfindet. Das würde für einen Streaming-Film vielleicht reichen, für das Kino ist das aber zu wenig. Da ändern auch die durch die Bank guten Schauspieler nichts. Glen Powell ist wie immer sympathisch, Mörder hin oder her, Margaret Qualley eine Femme Fatale und Ed Harris ein fieser Knochen. Die Figuren sind allesamt vom Reißbrett. Funktionsträger, mehr auch nicht.

Bisweilen ist es amüsant, dem Mordtreiben der Hauptfigur zuzusehen, das Problem ist hier aber, dass sich nie echte Hindernisse in den Weg stellen. Alles läuft immer glatt, unaufgeregt, als wäre Mord die einfachste Sache der Welt. Sicher, mitunter kann man schmunzeln, aber mehr auch nicht, zumal die Ungereimtheiten und Holprigkeiten der Geschichte immer stärker zutage treten.

„How to Make a Killing – Todsicheres Erbe“ ist unaufgeregte Unterhaltung. Harmlos, nett, schnell gesehen und noch schneller vergessen, im Grunde nichts, wozu der Gang ins Kino lohnen würde.

 

Peter Osteried

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