I Still Believe

Es ist eine wahre Geschichte, die in dem Melodram „I Still Believe“ erzählt wird. Die eines jungen Sängers und seiner Freundin, die einander lieben, aber von einem schweren Schicksalsschlag getroffen werden. Dem begegnen sie mit Hoffnung, aber auch ihrem Glauben an den Herrn. Das Ergebnis ist ein Film, wie es sie gerade in den USA häufig gibt – Glaubensfilme, die von der Größe Gottes zeugen. In Europa tut man sich mit derlei Filmen allerdings schwer.

Website: www.studiocanal.de

USA2020
Regie: Andrew und Jon Erwin
Darsteller: K.J. Apa, Britt Robertson, Melissa Roxburgh, Shania Twain
Länge: 115 Minuten
Verleih: StudioCanal
Kinostart: 28. Mai 2020

FILMKRITIK:

Jeremy Camp (K.J. Apa) verlässt Indiana und kommt nach Kalifornien, wo er aufs College geht. Dort lernt er die Studentin Melissa (Britt Robertson) kennen, die offenkundig auch an ihm interessiert ist, sich aber ziert, sich ganz und gar auf den Jungen vom Lande einzulassen. Doch dann schlägt das Schicksal mit aller Wucht zu. Melissa wird krank und erkennt angesichts ihrer eigenen Sterblichkeit, dass sie Jeremy liebt. Der wiederum steht zu ihr. Gemeinsam wollen sie die Krankheit besiegen, sie hoffen, beten und singen.

Der Film basiert auf Jeremy Camps gleichnamigen Buch. Er hat es auch geschrieben, um Melissas Geschichte zu erzählen, weil es ihr Traum war, dass ihr Leiden vielleicht dazu gut ist, dass das Leben eines anderen Menschen positiv verändert wird. Der Film ist nun die Krönung dessen, diese Geschichte in die Welt hinauszutragen. Man darf aber wohl davon ausgehen, dass er abseits des Bible Belts in den USA keine allzu große Beachtung erfahren wird.

„I Still Believe“ ist ein typischer Glaubensfilm. In den USA werden diese häufig produziert, die wenigsten schaffen es über den großen Teich. Bei „I Still Believe“ mag es daran liegen, dass es um einen Musiker geht, der in den USA mehrere Nummer-1-Hits hatte. Aber hierzulande dürfte Jeremy Camp weitestgehend unbekannt sein.

Die Geschichte selbst wird erzählt, wie man das von dieser Art Film kennt. Liebende, bei denen einer todkrank sind, sind aus dem Kino nicht wegzudenken. Sie funktionieren in der Regel, weil die Wucht der Gefühle allen Kitsches zum Trotz aufrichtig erscheint, zumindest aber derart ist, dass sie den affinen Zuschauer mitreißt. Das gilt auch für „I Still Believe“, allerdings unter Vorbehalt. Denn der starke religiöse Aspekt macht es dem Zuschauer nicht leicht, wenn er selbst nicht auf selber Wellenlinie liegt. Ist das nicht der Fall, dann sind einige Dialoge schon nur schwer zu schlucken, weil sie in ihrer Gottesergebenheit fast lächerlich erscheinen.

Kann man die „thoughts and prayers“, von denen der Film durchzogen ist, jedoch schultern, bleibt zumindest ein konventionelles Melodram mit sympathischen Schauspielern, deren gemeinsame Chemie schon bei „Bailey – Ein Freund fürs Leben“ erprobt wurde.

Peter Osteried