Kill Bill: The Whole Bloody Affair

Der vierte Film von Quentin Tarantino kam vor mehr als 20 Jahren in zwei Volumes in die Kinos, weil der Verleih Sorgen hatte, ein vierstündiges Epos würde kommerziell untergehen. Der Regisseur sah später in der Zweiteilung durchaus Vorteile, hatte aber immer auch eine Fassung von „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“, der den Film in seiner Gesamtheit zeigt. Diese Fassung – u.a. mit einer neuen Animationssequenz – kommt in die Kinos. Und nur dorthin, wie Tarantino sagte, denn eine Heimkinoauswertung schließt er aus. 

 

Über den Film

Originaltitel

Kill Bill: The Whole Bloody Affair

Deutscher Titel

Kill Bill: The Whole Bloody Affair

Produktionsland

USA

Filmdauer

275 min

Produktionsjahr

2025

Regisseur

Tarantino, Quentin

Verleih

STUDIOCANAL GmbH

Starttermin

16.04.2026

 

Die Braut erwacht aus dem Koma – jahrelang lag sie darin, verlor ihr Kind und sinnt nun auf Rache an Bill, der sie zusammen mit seiner Killertruppe dorthin brachte. Nach und nach besucht sie jeden der Deadly Assassin Viper Squad, um abzurechnen, immer mit dem Ziel, am Ende Bill, den sie und der sie einst liebte, zu töten.

 

Als die „Kill Bill“-Filme damals in die Kinos kamen, musste Tarantino sie in gewisser Weise entschärfen. Das gilt vor allem für das erste Volume mit dem Kampf der Braut gegen die Crazy 88. Um in den USA einem NC-17-Rating aus dem Weg zu gehen, wurde diese Kampfsequenz schwarzweiß gestaltet. In „The Whole Bloody Affair“ ist sie nun nicht nur in Farbe, sondern auch länger – es spritzt mehr Blut und Körperteile werden in rauen Mengen abgehackt. Das ist aber nicht die einzige Änderung von den beiden Volumes hin zum Gesamtpaket. Entfernt wurden der Cliffhanger des ersten Teils, aber auch der Anfang des zweiten, um eine homogene Geschichte zu erzählen. Einige Szenen sind länger, darunter auch die Zeichentricksequenz, die die Ursprungsgeschichte von O-ren Ishii zeigt.

 

Selbst die Stabsangaben sind anders – so geht am Anfang auch das klingonische Sprichwort, nachdem Rache ein Gericht ist, das am besten kalt serviert wird, flöten. Ersetzt wird es durch eine Widmung an den Filmemacher Kinji Fukasaku. Die vielen Details, die sich geändert haben, fallen gar nicht weiter auf, das Gefühl einer runden Erzählung bietet „The Whole Bloody Affair“ – übrigens sogar mit dreiminütiger Intermission – aber schon. 

 

Der Film ist in dieser Fassung episch, ein Rachedrama, das eine klare Hommage an die Filme aus Tarantinos Jugend ist, vom asiatischen Kino bis zum Spaghetti-Western. Selbst die Musik, häufig direkt aus anderen Filmen entnommen, unterstreicht das und verleiht damit dem Film ein besonderes, fast schon anachronistisches Flair. Er verbindet Vergangenheit und (damalige) Gegenwart, ist jetzt selbst schon ein Klassiker und zugleich ein Zitatenschatz für ein cinephiles Publikum. 

 

Bei Tarantino, der immer erklärte, dass er nur zehn Filme inszenieren wird (einer steht noch aus), ist durchaus zu erwarten, dass er dem, was er einmal sagte, auch treu bleibt. Darum: Wer weiß, vielleicht wird es diese Fassung nie ins Heimkino schaffen. Der Kinobesuch von „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ ist darum praktisch Pflicht. 

 

Peter Osteried

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