LOL 2.0

Es liegt im Trend, Hits von einst eine verspätete Fortsetzung folgen zu lassen. So ist das nun auch bei „LOL 2.0“, der den 2008 erschienenen „LOL“ fortsetzt (welcher wiederum 2012 ein US-Remake abbekam). Das Interessante an diesem neuen Film ist, dass zwar (auch) Sophie Marceau wieder im Fokus steht, diesmal aber die jüngste Tochter in den Fokus der Geschichte rückt. Entwickelt wurde die Geschichte von Regisseurin Lisa Azuelos, aber auch von Thaïs Alessandrin, die beim ersten Teil noch keine zehn Jahre alt war. Im neuen Film ist ihre Figur 25 Jahre alt. 

 

Über den Film

Originaltitel

LOL 2.0

Deutscher Titel

LOL 2.0

Produktionsland

FRA

Filmdauer

105 min

Produktionsjahr

2026

Regisseur

Azuelos, Lisa

Verleih

Wild Bunch Germany GmbH

Starttermin

14.05.2026

 

Louise zieht bei ihrer Mutter Anne wieder ein, als ihr Freund Schluss macht und sie der gemeinsamen Wohnung verweist (und des gemeinsamen Start-ups, das abgewickelt wird). Wieder zuhause stellt sich ihr die Frage, was sie im Leben wirklich will. Erstmal kellnern, der Rest mag sich ergeben, während sie Zeit mit Freunden verbringt, keinesfalls der Hochzeit ihres Vaters mit ihrer ehemaligen Freundin Victoria beiwohnen will, und sich – vielleicht – neu verliebt. Derweil hadert Anne damit, dass sie Oma wird und Louises Freunde versuchen, sich ihr eigenes Leben aufzubauen.

 

„LOL 2.0“ verzichtet auf Lola, die Hauptfigur des Originalfilms. Sie kommt nicht vor, sondern wird nur erwähnt oder erhält Videobotschaften ihrer Familie. Ganz außen vor sind die Figuren des ersten Films damit nicht, Lolas erste Liebe hat hier einen hübschen, kleinen Auftritt. Aber in erster Linie geht es um Louise, die sich fragt, was sie mit ihrem Leben anstellen soll, aber auch um Anne, die ihre Freiheit genießt, jedoch ihre Probleme mit dem Altern hat. Um sie herum gibt es einen Mikrokosmos anderer Figuren, die nie allzu sehr in den Vordergrund treten, deren Geschichten aber dennoch vorangetrieben werden. Da ist Marie, die ihren Eltern die Hucke volllügt darüber, was sie im Leben macht, oder Tyro, der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt, oder auch Jules, der das Restaurant seines toten Vaters übernommen hat, aber darüber vergisst, dass er auch noch leben muss.

 

Alle Figuren haben ihre mehr oder weniger kleinen Probleme, ihre Sorgen und Nöte, ihre Ängste und Freuden und – natürlich – auch all die anderen Momente, die das Leben nun mal so lebenswert machen. „LOL 2.0“ erfindet das Rad nicht neu, lebt aber von diesem europäischen Lebensgefühl, dass das US-Kino nur selten zu bieten hat, weil hier eine gewisse Authentizität mitschwingt. Diese Figuren fühlen sich echt an, sie sind Menschen, wie ein jeder sie kennt.

 

So ist „LOL 2.0“ ein zwar niemals besonders origineller oder gar anspruchsvoller, aber ein schöner „Slice of Life“-Film, in dem es eigentlich um nichts, aber doch um alles geht: Um Liebe, Schmerz, Angst, das Altern, neue Liebschaften, familiären Zusammenhalt, die Fähigkeit, vergeben zu können und so viel mehr. Das Leben eben – in all seinen Facetten.

 

Peter Osteried

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