Mullewapp – Das große Kinoabenteuer der Freunde

Berühmt wurde der Illustrator und Kinderbuchautor Helme Heine vor rund einem Vierteljahrhundert mit den Abenteuern der tierischen „Freunde“ Johnny Mauser, Franz von Hahn und dem dicken Schweinchen Waldemar. In „Mullewapp“ findet das heroische Trio über den Umweg einer TV-Serie nun endlich den Weg ins Kino. Der klassische Trickfilm erklärt seinen jungen Zuschauern, unter welchen spannenden Umständen sich die drei Freunde kennenlernten.

Webseite: www.mullewapp.kinowelt.de

Deutschland / Frankreich / Italien 2009
Regie: Tony Loeser, Jesper Møller
Drehbuch: Bettine von Borries, Achim von Borries
nach einer Vorlage von Helme Heine
Sprecher: Benno Fürmann, Christoph Maria Herbst, Joachim Król, Katarina Witt
Verleih: Kinowelt
77 Min.
FSK: 0
Kinostart: 23.07.2009

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

„Kleiner Dodo“ hat es vor zwei Jahren vorgemacht. In der Kinoverfilmung der erfolgreichen Fernsehserie wurde geschildert, wie die unzertrennlichen Dschungelfreunde zueinander fanden. Der Trickfilm „Mullewapp“ folgt diesem Beispiel. Basierend auf den beliebten Kinderbüchern von Helme Heine („Freunde“, „Mullewapp“) und der Fernsehserie „Ein Fall für Freunde“ (läuft ab dem 12. Juli in der Wiederholung auf dem KiKa) malt der bunte Streifen den Beginn einer tierischen Freundschaft aus.

Johnny Mauser träumt von einer großen Filmkarriere. Aufgrund seiner geringen Körpergröße bleibt ihm dieser Wunsch allerdings verwehrt. Frustriert streift die Maus daraufhin durch die Gegend. Schließlich landet sie auf dem Bauernhof Mullewapp. Dort leben fröhliche, aber nicht sonderlich moderne Gesellen wie der stolze Gockel Franz von Hahn und das naive Schweinchen Waldemar. Reichlich argwöhnisch beäugen die beiden den eitlen Neuankömmling, der großspurig von seinen fantastischen Großstadtabenteuern berichtet. Angeblich hat er es schon mit Füchsen und noch viel wilderen Tieren aufgenommen. Als das liebliche Lämmlein Wolke von einem bösen Wolf entführt wird, soll Johnny deshalb die Befreiungsaktion leiten. Doch der Angeber ziert sich. Trotzdem will er seine neuen Freunde nicht im Stich lassen. Gemeinsam mit Franz und Waldemar stürzt er sich in ein gefährliches Abenteuer.

„Freunde“, das erste Kinderbuchabenteuer von Johnny, Franz und Waldemar, hat sich seit der Erstauflage von 1982 mehr als 500.000-mal verkauft. Inzwischen wurde das Werk sogar in 17 Sprachen übersetzt. Die vorlaute Maus, der stolze Hahn und das gemütliche Schwein bilden in der erfolgreichen Vorlage eine ungleiche Clique, die sich gerade wegen ihrer Unterschiede so prima und freundschaftlich ergänzt. Im Film verleihen den tierischen Helden die ebenso sympathischen wie unterschiedlichen Schauspieler Benno Fürmann, Christoph Maria Herbst und Joachim Król ihre Stimmen. Daneben darf die ehemalige Eiskunstläuferin Katarina Witt in einer Gastrolle als Henne mitgackern.

Doch die namhaften Synchronsprecher nehmen sich in dem kindgerechten Abenteuer stark zurück. Im Mittelpunkt von „Mullewapp“ steht eine Geschichte, die auf den ersten Blick an eine klassische Fabel erinnert. Immerhin wird in dem Film ein saftiges Lämmlein von einem hungrigen Zeitgenossen entführt. Das grimmsche Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ lässt grüßen. In Wahrheit dreht sich die Handlung allerdings um weitaus tiefer greifende Werte, als allein ums Fressen und gefressen werden. Es geht um Freundschaft, Mut und Vertrauen. Daneben enthält der Film eine eindeutige Botschaft: Man ist niemals zu klein, um große Dinge zu tun. Dem jungen Publikum dürfte so etwas gefallen.

Ältere Zuschauer werden sich dafür an den zahlreichen Anspielungen auf die Film- und Musikgeschichte erfreuen. Inhaltliche Zitate aus „James Bond“, „E.T.“ und „Fluch der Karibik“ werden in diesem Zusammenhang unterlegt mit musikalischen Variationen von „Ein Freund, ein guter Freund“ und „Wiener Blut“, was im Film kurzerhand zu „Mir schmeckt‘s gut“ umgedichtet wird.

„Mullewapp“ orientiert sich bei alldem kaum an traditionellen Disneyklassikern oder modernen Animationsfilmen. Der Film besinnt sich vielmehr auf die feine Optik und den farbenfrohen Pinselstrich der eigenen Buchvorlagen. Gepaart mit seiner gemäßigt spannenden Handlung wird der schwungvolle Streifen dadurch zu einem idealen Einstiegswerk fürs ganz junge Publikum.

Oliver Zimmermann

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