Mullewapp – Eine schöne Schweinerei

Johnny Mauser, Horst von Borst oder Benny Biber – die Namen der Figuren aus der Feder des „Mullewapp“-Autors Helme Heine klingen wie frisch aus einem Überraschungsei geschlüpft. Entsprechend kindgerecht ist der zweite „Mullewapp“-Kinofilm aufgebaut, der wie der inzwischen sieben Jahre alte erste Teil ein Hohelied auf die Freundschaft singt. Die Regisseurin Theresa Strozyk setzt dabei anders als Tony Loeser und Jesper Møller in Teil 1 auf Computeranimationen und 3D-Effekte. Heraus gekommen ist ein einfach verständlicher und kunterbunter Kinderfilm, den die Filmbewertungsstelle in Wiesbaden mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet hat.

Webseite: www.mullewapp-film.de

OT: Mullewapp – Eine schöne Schweinerei
Deutschland, Luxemburg 2016
Regie: Theresa Strozyk
Drehbuch: Armin Völckers, Jesper Møller
Sprecher: Christian Ulmen, Axel Prahl, Michael Kessler, Ralf Schmitz, Carolin Kebekus
Länge: 79 Min.
Verleih: Studiocanal
Kinostart: 14. Juli 2016
 

FILMKRITIK:

Im beschaulichen Bauernhof Mullewapp weiß jeder, dass das rosa Schweinchen Waldemar ein verfressenes Leckermäulchen ist. Also backen seine Freunde ihm zum Geburtstag eine stattliche Torte. Es ist jedoch gar nicht so einfach, die Überraschung vor dem Schweinchen zu verbergen, denn Waldemar erschnuppert den Tortenduft sofort und würde am liebsten schon vor seinem Ehrentag daran naschen. Ein waghalsiger Fahrradausflug, bei dem Waldemar und seine Freunde Johnny Mauser und Franz von Hahn gemeinsam einen Drahtesel steuern, soll Waldemar ablenken.
 
Doch damit handeln sich die Tiere ein neues Problem ein. Das Wildschwein Horst von Borst und seine Gang haben es nämlich ebenfalls auf die Torte abgesehen. Also simuliert Horst von Borst nach einem fingierten Zusammenprall mit dem Fahrrad einen Beinbruch und nistet sich als Schmarotzer auf dem Bauernhof der naiven Tiere ein. Als Franz, Waldemar und Johnny ahnen, was der Gast im Schilde führt, greift dieser zu einem weiteren Trick: Er knotet so viele mit Helium gefüllte Luftballons an das Fahrrad der Freunde, dass diese abheben, hoch in den Wolken in ein Gewitter geraten und weit weg vom Bauernhof auf sich allein gestellt sind.
 
Im ersten „Mullewapp“-Kinofilm nach den Kinderbüchern von Helme Heine mussten sich das Schweinchen Waldemar, der Gockel Franz von Hahn und der kleine Mäuserich Johnny Mauser erst einmal kennenlernen und zusammen raufen. In der Fortsetzung sind sie nun von Anfang an dicke Freunde, weswegen das neue Abenteuer nach einer kurzen episodischen Einführung in das Leben der Mullewapper ohne viele Umschweife beginnt. Während sich die drei Freunde den Weg zurück zum Bauernhof bahnen, zeigt eine Parallelhandlung die Versuche des Wildscheins Horst von Borst, die im Geräteschuppen verwahrte Torte abzugreifen. Als seine zerstörungswütigen Kumpels ebenfalls in Mullewapp einrücken und die Tiere unterdrücken, spitzt sich die Lage zu. Beim Finale halten dann auch kleinere Spuk-Elemente in das Abenteuer Einzug, die aber selbst die kleinsten Kinobesucher kaum nachhaltig verschrecken sollten. Für Erheiterung sorgen einige Slapstick-Elemente und Sidekicks wie die puscheligen Ninja-Küken aus Mullewapp oder die kleine Fledermaus, die im Auftrag von Horst von Borst die Gegend erkundet.
 
Anders als „Mullewapp – Das große Kinoabenteuer der Freunde“ ist die Fortsetzung kein handgezeichneter 2D-Zeichentrickfilm, sondern ein computeranimierter 3D-Film, der sich ästhetisch ein Stück weiter von den Illustrationen aus den Kinderbüchern entfernt als der Vorgänger. Wenn das Fahrrad der drei Freunde mit Helium-Luftballons bestückt gen Himmel steigt wie das Haus des Alten aus „Oben“ oder die Tiere auf Eisenbahnschienen eine turbulente Achterbahnfahrt erleben, kommt der 3D-Effekt gut zur Geltung.
 
Die prominenten Synchronsprecher tragen viel zum Charme des Kinderfilms bei. Michael Kessler, Axel Prahl und Ralf Schmitz sprechen die drei Freunde, Carolin Kebekus tritt als Henne Marilyn auf und Christian Ulmen vertont den liebenswerten Biber Benny Blauholz, der als wohl einziger Vertreter seiner Art nicht schwimmen kann. Die witzigen Wortspiele und die leicht verständlichen Botschaften empfehlen „Mullewapp – Eine schöne Schweinerei“ für das jüngste Kinopublikum, das sich hier bestens unterhalten fühlen dürfte.
 
Christian Horn