Severance

Eine Gruppe britischer Waffenexperten muss leider feststellen, dass berufliche Fortbildung in Osteuropa ziemlich tödlich sein kann…
Der Eröffnungsfilm der diesjährigen „Fantasy Filmfest“-Tour bedient sich auf beeindruckende Weise der Feinheiten des Splattergenres und paart diese mit typisch britischem Humor. In der Tradition von „Shaun Of The Dead“ steht über dem blutigen Gemetzel stets ein guter Lacher, die Köpfe rollen hier mit einem Augenzwinkern.

Webseite: www.severancethemovie.co.uk

GB 2006
Regie: Christopher Smith
Buch: Christopher Smith + James Moran
Darsteller: Danny Dyer, Laura Harris, Tim McInnerny, Tony Stephens, Claudie Blakley, Andy Nyman, Babou Ceesay
95 Minuten
Verleih: Splendid
Kinostart: 30. November

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Wer sich vor ein paar Monaten nicht in den mit Pauken und Trompeten angekündigten Horror-Slasher „Hostel“ getraut hat, braucht sich seiner vermeintlichen Weicheierei nicht zu schämen, denn „Severance“ schlägt in eine ganz ähnliche Kerbe, ist aber Dank seines reichhaltigen Slapsticks weitaus verträglicher, heiterer und dementsprechend lustiger. Eine Gruppe Angestellter des Rüstungskonzerns Palisade Defence wird für ein Wochenende in einen Wald an die ungarisch/serbische Grenze geschickt – in einem gemütlichen Chalet sollen verschiedene Motivation- und Teamgeist-Workshops abgehalten werden, auf dem Programm stehen auch gemeinsames Kochen oder Paintball im Grünen. Dumm nur, dass die Unterkunft nicht gerade hält was sie verspricht und viel eher einem sozialistischen Gründerbau ähnelt mit ihren maroden Wänden und ranzigen Betten. Viel tragischer ist jedoch die Tatsache, dass die Hütte einer Gruppe perverser, ehemaliger serbischer Kriegsschlächter gehört – erklärten Feinden von Palisade Defence – die in ihrem Folterkeller Leichen stapelt und nicht gewillt ist, ihr Heim mit einer Gruppe britischer Businessmen zu teilen.

In der Tradition der Horror-Slapstick-Zombie-Romanze „Shaun Of The Dead“ (2005) werden auch die Opfer in „Severance“ gerichtet. Regisseur Christopher Smith, der mit „Creep“ (Franka Potente in der Hauptrolle) vor zwei Jahren einen Achtungserfolg hinlegte, zieht alle Register des technisch versierten Splatter-Genres, und so rollen schon bald die Köpfe und Gliedmaße durch den osteuropäischen Wald, immer mit einem sprichwörtlichen Augenzwinkern – der geköpfte Harris (Toby Stephens) blickt erstaunt und verdaddert auf seinen enthaupteten Körper aus dem das Blut spritzt.

Gänzlich erheiternd ist sowieso das bunte Büro-Ensemble, das mit seinem entscheidungsunfreudigen und uncharismatischen Chef Richard (Tim McInnerny) an der Spitze sehr der lethargischen Versicherungsgruppe um Christoph Maria-Herbst aus der TV-Serie „Stromberg“ ähnelt. Die Schreibtisch-Normalos verblüffen mit ihrem Erfindungsreichtum in Sachen Waffenbeschaffung nicht nur das Publikum, sondern auch die serbischen Schlächter, die ebenso einer nach dem anderen das Zeitliche segnen. Auf der diesjährigen „Fantasy Filmfest“-Tour konnte „Severance“ als Eröffnungsfilm in allen Städten begeistern – mit Sicherheit wird Christopher Smiths makabre Humor-Schlachtplatte aber auch den noch nicht erklärten Fans des Horrorgenres eine helle Freude bereiten. Dieses britisch-blutige Gemetzel dürfte zum Gruselhit dieses Herbsts werden.

 

David Siems