Solo Mio

Kevin James ist ein versierter Komiker, selbst in Actionfilmen hat er eine gute Figur gemacht, aber ernsthafte Rollen sind nichts, das man unbedingt mit ihm in Verbindung bringt. Auch nicht eine Romcom. Wobei: „Solo Mio“ ist mehr als nur eine Romcom. Dies ist auch eine Geschichte über Verlust, über die Angst allein zu sein und über zweite Chancen, die sich immer bieten können, am meisten sogar dann, wenn man gar nicht danach sucht. 

 

Über den Film

Originaltitel

Solo Mio

Deutscher Titel

Solo Mio

Produktionsland

USA

Filmdauer

97 min

Produktionsjahr

2026

Regisseur

Kinnane, Dan / Kinnane, Charles Francis

Verleih

Constantin Film Vertriebs GmbH

Starttermin

28.05.2026

 

Matt wollte seine Freundin in Rom heiraten, aber vor dem Altar wird er stehen gelassen. Sie verschwindet einfach, woraufhin er versucht, die gebuchte Honeymoon-Reise zu stornieren. Als das nicht gelingt, hört er auf den Rat des Concierge: Er macht den Trip alleine, wobei er nicht nur andere Pärchen kennen lernt, die sich versuchen, seiner anzunehmen, sondern auch eine italienische Café-Besitzerin, die ihn davor bewahrt, von Kindern beklaut zu werden. Könnte die Liebe so kurz nach dem größten Verlust seines Lebens auf ihn warten?

 

Der Film ist eine Liebeserklärung an Italien, aber auch ein wunderbarer Mix aus Drama und Komödie, weil er mit einer Hauptfigur arbeitet, die ein echtes, persönliches Trauma erlebt, aber versucht, dieses hinter sich zu lassen – mit allen Stolpersteinen, die damit verbunden sind. Dass Matt eine neue Liebe findet, mag direkt nach dem Verlassenwerden am Altar vielleicht ein wenig hopplahopp kommen, aber es funktioniert, weil eines auch klar wird: dies wäre eine Ehe geworden, die nicht aus Liebe, sondern aus der Angst vor dem Alleinsein entstanden wäre.

 

James spielt mit sehr viel Gefühl. Er zeigt sich als überraschend vielschichtiger Schauspieler, der den Schmerz seiner Figur ebenso überzeugend transportiert wie die lockereren Momente – etwa dann, wenn er betrunken durch Rom irrt. Er ist ein Mann, der sich in seiner Komfortzone eingerichtet hat, aber aus dieser gerissen wird. Oder besser noch: sich aus ihr befreit. Es gibt einen herzerwärmenden Moment im Haus eines berühmten Sängers (ein exzellenter Gastauftritt!), in dem Matt erkennt, dass er etwas tun muss, wenn er sich später nicht vorwerfen will, dass er sein Leben an sich vorbeiziehen ließ. Wie Matt „Nessun dorma“ schmettert, zaubert ein Lächeln aufs Gesicht. Weil man weiß, wie viel es ihn kostet, das zu tun, und zugleich merkt, wie befreiend es ist, nicht daran zu denken, wie etwas, das man tut, wirken könnte.

 

„Solo Mio“ ist vor allem ein Film darüber, dass man nicht aufgeben kann, nicht aufgeben darf, weil man nie weiß, was noch auf einen wartet. Egal, was das Leben für einen bereit hielt, schon um die nächste Ecke herum kann das große Glück warten. Man muss es nur zulassen. 

 

Peter Osteried

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