Für wen ist ein Film wie „The Moment“ nun gemacht? Für Fans von Charli XCX? Filmfans, die gerne hinter die Kulissen der Musikindustrie blicken? Freunde von Filmen im Mockumentary-Format? Letztlich ist es unklar, weil der Film sich nicht positioniert. Er mäandert, versucht, Realität mit Fiktion zu vermengen und scheitert letzten Endes an beidem.
Über den Film
Originaltitel
The Moment
Deutscher Titel
The Moment
Produktionsland
GBR, USA
Filmdauer
103 min
Produktionsjahr
2026
Regisseur
Zamiri, Aidan
Verleih
Universal Pictures International Germany GmbH
Starttermin
19.02.2026
Die Sängerin Charli XCX hat mit ihrem Album „Brat“ Erfolg. Die Tournee im Sommer soll der ganz große Wurf werden, in der Vorbereitung wird auch klar, dass ein Konzertfilm entstehen soll, aber als der Regisseur erscheint, gerät alles durcheinander. Denn er hat ganz eigene Vorstellungen, wie der Film auszusehen hat, was ihn mit Charlis Vertrauten in Konflikt bringt, derweil sich über der Tournee dunkle Wolken zusammenbrauen.
Im Grunde wäre es wohl besser gewesen, eine Dokumentation über Charlie XCX zu drehen, die sich hier – wie auch einige andere – selbst spielen. Gratulieren darf man ihr zum Mut, in einem derart non-fiktiv wirkendem Ambiente eine unsympathische Version ihrer Selbst zu spielen. Immer vorausgesetzt, dass sie im echten Leben weniger Diva-Anwandlungen hat. Die Geschichte, wenn man sie so nennen will, ist praktisch nicht vorhanden. Das macht es noch schwerer, in den Film reinzukommen. Nicht nur, weil das Format eine natürliche Distanz zu den Figuren erschafft, sondern auch, weil die Story bedeutungslos ist und sich auf Allgemeinplätze zurückzieht. Es wird im Grunde das geboten, was man bei einem Blick hinter die Kulissen erwarten würde.
Der Anfang des Films mit seinem Lichter- und Blitzstakkato, untermalt von wummernder Musik, ist stylisch, aber auch nicht originell. Es mutet an, als hätte der Regisseur Gaspar Noes Film „Climax“ besonders gut gefunden und wollte dessen brachialen Anfang nun unbedingt seinen eigenen Stempel aufdrücken.
Unterm Strich ist „The Moment“ ein Film, der nichts zu sagen hat, weder in Hinblick auf das Leben als Star noch auf die Konflikte hinter den Kulissen. Die Hauptfigur bleibt ungreifbar, Alexander Skarsgard ergeht sich als Regisseur des Konzertfilms in absoluter Selbstverliebtheit, was er zumindest überzeugend darbietet, und das Ganze endet unspektakulär mit einem Werbevideo für den Film, der im Verlauf der sehr langen 100 Minuten entstanden ist. Übrigens mit Werbung für Amazon und gänzlich ohne die Musik von Charli XCX, dafür aber „The Bittersweet Symphony“ von The Verve. Ein letztes Mal fragt man sich, was das alles überhaupt sollte.
Peter Osteried







