The Weight

Old School ist das erste, das zu „The Weight – Im Goldrausch“ einfällt, dem Debütfilm des erfahrenen Schnittmeisters Padraic McKinley, der hier einen Abenteuerfilm vorlegt, der direkt aus den 70er Jahren zu stammen scheint, Ethan Hawke in seiner bislang physischsten Rolle zeigt und dazu als Gast Russell Crowe. 

 

Über den Film

Originaltitel

The Weight

Deutscher Titel

The Weight

Produktionsland

CAN, USA

Filmdauer

112 min

Produktionsjahr

2026

Regisseur

McKinley, Padraic

Verleih

capelight pictures OHG

Starttermin

01.01.1972

 

Die Zeiten sind hart, die Große Depression hat den alleinerziehenden Vater Samuel Murphy (Ethan Hawke) zu einem Leben von der Hand in den Mund verdammt. Nichts ist Murphy wichtiger als seine kleine Tochter Penny (Avy Berry), doch genau diese droht er für immer zu verlieren.

Durch unglückliche Umstände gerät Murphy in eine Schlägerei, dummerweise mit drei Polizisten und so landet er im Gefängnis. Das bedeutet Anfang der 30er Jahre schwere Arbeit in einem Steinbruch, unter der finsteren Augen des Aufsehers Clancy (Russell Crowe). Der scheint nichts Gutes im Sinn zu haben, erkennt jedoch, dass Murphy mehr im Kopf hat, als die meisten seiner Mitgefangenen.

Und da Murphy unbedingt schnell aus dem Gefängnis will, um seine Tochter davor zu bewahren, ihr Leben in Waisenhäusern und bei Pflegeeltern zu verbringen, willigt er in Clancys Vorschlag ein. Präsident Roosevelt plant, den freien Verkauf von Gold zu stoppen, das Edelmaterial wird also demnächst sehr viel mehr wert sein als ohnehin. Daher sollen Murphy und einige Mitgefangene eine erhebliche Menge Goldbarren von einer entfernten Mine durch das raue Gebiet Oregons an einen sicheren Ort zu transportieren. Als Belohnung würde den Gefangenen die Reststrafe erlassen werden, doch bis dahin haben sie mit reißenden Strömen und Gangstern zu kämpfen, nicht zuletzt aber mit der eigenen Gier.

Ein, zwei Szenen zwischen Vater und Tochter, ein, zwei Szenen zwischen Ethan Hawke und Russell Crowe, dann ist das Feld bestellt, die Motivationen und Gefahren angedeutet und das Abenteuer kann beginnen. Schnörkellos spult Padraic McKinley das Programm ab, umgibt seinen Hauptdarsteller Ethan Hawke mit einigen Nebenfiguren, die wenig vertrauenerweckend wirken und ihm auf der langen Reise mal im Wege stehen, aber mal auch behilflich sein werden.

Episodisch erzählt sich „The Weight – Im Goldrausch“ durch die Wildnis von Oregon, die in Wirklichkeit tatsächlich der bayerische Wald ist. Grund dafür sind die komplizierten Produktionsbedingungen des Films, der dank der deutschen Produktionsfirma Augenschein von den vielfältigen Möglichkeiten der deutschen Filmförderung profitierte, dafür dann aber in Deutschland gedreht werden musste. Was man den überzeugenden Bildern nicht anmerkt, egal ob mit altmodischen Autos über staubige Feldwege gerast wird, die Gruppe in Kanus geradeso einem Hinterhalt entkommt oder eine Schlucht via einer mehr als baufälligen Hängebrücke überquert wird.

Als Lohn der Gefahren winkt die Freiheit, der vor allem die Gier nach Gold im Wege steht. Zumindest wird das behauptet, auch wenn das Drehbuch von Matthew Booi und Shelby Gaines es bei sehr losen Bezügen zu Vorbildern wie John Hustons „Der Schatz aus der Sierra Madre“ oder Erich von Stroheims „Gier“ belässt und es nicht wirklich wagt in die Abgründe von 70er Jahre Abenteuerfilmen wie William Friedkins „The Sorcerer“ zu blicken.

„The Weight – Im Goldrausch“ bleibt stets ein wenig gefällig, verlässt sich ganz auf den rauen, inzwischen schon stark verwitterten Charme seines Hauptdarstellers Ethan Hawke, der in einer minimalistischen, physischen Performance überzeugt.

Einen schnörkellosen Abenteuerfilm hat Padraic McKinley am Ende gedreht, der dank seiner starken Bilder und seiner stimmungsvollen Musik mehr verspricht, als er am Ende halten kann, als rohes B-Picture aber einigen Spaß macht.

 

Michael Meyns

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