Im Rennen darum, erster zu sein, hat „They Will Kill You“ die Nase vorne. Der Film startet in den deutschen Kinos zwei Wochen vor „Ready Or Not 2: Here I Come“. Ein Pluspunkt, erzählen beide Filme doch im Grunde dieselbe Geschichte. Sicher, das Original von „Ready Or Not“ war schon Jahre vorher am Start, aber vergleicht man die beiden Filme des Jahres 2026, muss man sagen: „They Will Kill You“ rockt deutlich mehr! Was nicht heißt, dass „Ready Or Not 2“ schlecht ist. Ist er nicht, der Film mit Zazie Beetz ist nur der wuchtigere Streifen.
Über den Film
Originaltitel
They Will Kill You
Deutscher Titel
They Will Kill You
Produktionsland
USA,ZAF
Filmdauer
95 min
Produktionsjahr
2026
Regisseur
Sokolov, Kirill
Verleih
Warner Bros. Entertainment GmbH
Starttermin
26.03.2026
Asia heuert in einem Hochhaus, in dem Reiche leben, als Zimmermädchen an. Schon in der ersten Nacht soll sie geopfert werden, denn die Bewohner leben schon lange, und können das nur weiter tun, wenn sie dem Herrn der Hölle in schöner Regelmäßigkeit Menschenopfer darbieten. Eigentlich soll alles laufen wie immer, aber Asia ist kein Opfer. Im Gegenteil: Sie ist bewaffnet, sie weiß, wie man kämpft und sie ist aus einem ganz besonderen Grund in dieses Höllenloch gekommen.
Der Film des Russen Kirill Sokolov ist Action in Reinkultur. Fast von der ersten Minute legt er los und lässt dann nicht mehr nach. Er bietet überbordende Gewalt, die es schafft, den schmalen Grat zwischen cartooneskem Slapstick und ernsthafter Brutalität zu beschreiten. Soll heißen: Sieht cool aus, reißt mit und ist mit Songs unterlegt, die den Puls noch zusätzlich beschleunigen. Die Kampfchoreographie ist elegant, sodass Sokolov auch in längeren Einstellungen zeigen kann, wie Asia um ihr Leben kämpft. Der Regisseur war darauf bedacht, das nicht zur Farce verkommen zu lassen. Ihm lag daran, dem Film auch eine gewisse Ernsthaftigkeit zu verleihen.
Hilfreich ist dabei auch ein namhaftes Ensemble mit Zazie Beetz, Patricia Arquette, Heather Graham (sie lobte Sokolov, dass er die Frauen hier auch ihren Mann stehen lässt) und Tom Felton – allesamt spielen sie Figuren mit nur wenig bis keinen Background. Sie leben von der Ausstrahlung der Mimen, die hier in einer Story agieren, die für jeden von ihnen ungewöhnlich ist. Auch das macht den Reiz von „They Will Kill You“ aus.
Der Film nimmt Anleihen bei Tarantino (vor allem bei „Kill Bill“ und seiner Kapitelstruktur), erzählt mit unglaublicher Rasanz und bietet einen Score, der in den besten Momenten an die Arbeiten von Goblin (z.B. „Suspiria“) erinnert. Sokolovs Werk mutet so auch ein bisschen wie ein Zitatenschatz an, was angesichts der im Grunde wenig Originellen, nur den Hauch einer Variation von „Ready Or Not“ bietenden Geschichte auch nicht überrascht.
Ja, der Film mag das Rad nicht neu erfinden, er treibt es aber flott an und präsentiert sich als Gute-Laune-Actionbrett, das vor Splatter nicht zurückschreckt und mit ein paar herrlich absurden Ideen aufwartet.
Peter Osteried







