Kinoverbände kritisieren Schieflage in Regulierung und Förderung

Am 14. Oktober befasst sich der Ausschuss für Kultur und Medien des Bundestages in einer öffentlichen Anhörung mit der geplanten Investitionsverpflichtung für Streamingdienste und Sender (MedienInvestVG). Auch die Fortführung des Zukunftsprogramm Kino steht dabei zur Beratung. Die Kinos und ihre Verbände sind unter den Sachverständigen nicht vertreten. In einem gemeinsamen Pressestatement kritisieren AG Kino, HDF KINO und der Bundesverband kommunale Filmarbeit eine Schieflage in Regulierung und Förderung, die sich hier fortsetze. Sie fordern, die Kinos angemessen zu berücksichtigen.

Bislang stand der Kinofilm als Bestandteil einer vielfältigen und unabhängigen deutschen Filmwirtschaft im Fokus der staatlichen Förderung, und mit ihm seine Auswertung im Kulturort Kino. Die Investitionsverpflichtung soll nun zusätzliche Investitionen der TV- und Streaminganbieter sichern. Ohne verbindliche Vorgaben, so die Verbände, würden die damit finanzierten Werke jedoch vorrangig auf den Plattformen der Anbieter ausgespielt. Das verstärke Tendenzen, denen die öffentliche Hand entgegenwirken sollte, und das in einem Marktumfeld, das für die mittelständisch geprägte Kinolandschaft ohnehin herausfordernd ist.

Mit dem vorliegenden Entwurf drohe die strukturelle Entwertung des deutschen Kinofilms und des Kinostandorts Deutschland. Die Verbände sprechen von einem kulturpolitisch fatalen Signal, das zudem wirtschaftlich kurzsichtig sei. Kinos seien der Schlüssel für eine wettbewerbsfähige deutsche Filmwirtschaft, und ihr Potenzial zeige sich gerade jetzt: Die Kinos erleben das stärkste Jahr seit der Pandemie, und auch der deutsche Film erreicht im Kino so viele Menschen wie seit Jahren nicht mehr.

Hinzu kommt ein bislang unerfülltes Versprechen des Koalitionsvertrags. Die dringend benötigte Investitionsförderung durch das Zukunftsprogramm Kino ist im Haushaltsentwurf 2027 noch nicht vorgesehen. Die Kinoverbände fordern die Fortführung des Erfolgsmodells.

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