Ein berühmter Nachname mag helfen, Türen zu öffnen, ein Garant dafür, über ähnliche Talente wie der Vater zu verfügen, ist er aber nicht. Das zeigt sich auch bei Detry Allyn Spielberg, der Tochter von Steven Spielberg, deren Filmdebüt „A Quiet House“ zwar technisch solide ist, inhaltlich aber an allen Ecken und Enden hakt.
Über den Film
Originaltitel
Please Don’t Feed the Children
Deutscher Titel
A Quiet House
Produktionsland
US, GB
Filmdauer
94 min
Produktionsjahr
2025
Produzent
Josh Kesselman, Michael Hagerty, Jason Dubin, Bill Kenwright, Da
Regisseur
Destry Allyn Spielberg
Verleih
PLAION PICTURES GmbH
Starttermin
22.10.2026
Ein Virus tötet die erwachsene Bevölkerung und wird von Kindern und Jugendlichen verbreitet. Darum werden Kinder in Lager gesteckt, isoliert, auch mal erschossen, wenn es nicht anders geht. Die Welt der Erwachsenen, sie trennt sich von der der Kinder. Aber in ihr leben ein paar, die sich dem widersetzen, die von einem Leben in einem anderen Land träumen und sich auf den Weg machen. Doch dabei kommt es zu einer Schießerei und sie landen in einem einsam gelegenen Haus, in dem die dort lebende Frau ihnen freundlich begegnet – bis sie es nicht mehr tut.
Wenn die Prämisse ist, dass es Kinder und Jugendliche sind, die die Seuche übertragen, dann sollte das zweierlei bedeuten: Erwachsene, die ihnen begegnen, sollten vielleicht panisch, sondern vorsichtig sein, was weder die Figuren von Michelle Dockery und Giancarlo Esposito sind, und Kinder sollten wie Kinder aussehen. Tun sie hier aber nicht, da Schauspieler gewählt wurden, die Mitte bis Ende Zwanzig sind – und das sieht man auch. Man fühlt sich unweigerlich an die Horrorfilme der Achtzigerjahre erinnert, in denen auch gerne mal Mittdreißiger Teenager darstellten. Hier so alt zu besetzen, ist aber ein Kardinalsfehler, weil er die Wirkung des Films untergräbt. Wenn man schon nicht echte Kinder nutzen wollte, weil damit beim Dreh auch Restriktionen einhergehen, hätte man auf 18-jährige setzen müssen, die noch jünger aussehen. Das ist hier nicht der Fall.
Der Film weiß aber auch nie, was er sein will. Virus-Drama oder doch Horrorfilm mit zombieähnlichen Kreaturen, Survival-Drama oder Psycho-Thriller um eine Wahnsinnige – es ist einfach alles miteinander vermengt, so dass eine Melange herauskommt, dir nur bedingt mundet.
Technisch kann man dem Film nicht viel vorwerfen. Spielbergs Töchterchen weiß zumindest, wie man Szenen inszeniert, auch wenn keine originellen Ansätze erkennbar sind. Das Skript hätte aber mehr als eine Überarbeitung benötigt. So ist der Film weder Fisch noch Fleisch, undefinierbar in dem, was er eigentlich bewirken oder sein will. Am Ende ist man froh, dass von den 93 Minuten Laufzeit ganze zehn Minuten auf den Abspann entfallen. Damit ist der Film, dessen Originaltitel mit „Please Don’t Feed the Children“ deutlich besser ist, zumindest schneller vorbei als befürchtet.
Peter Osteried







