Amore und Basta!

Gegensätze ziehen sich an, sagt man, aber bei den beiden Protagonisten von „Amore und Basta“ wird das auf die Spitze getrieben. Denn hier hat man einen typischen Mann und eine erzfeministische Frau, die noch dazu beide Lehrer an derselben Schule sind. Das Einzige, was sie wirklich verbindet: guter Sex. 

 

Über den Film

Originaltitel

2 cuori e 2 capanne

Deutscher Titel

Amore und Basta!

Produktionsland

ITL

Filmdauer

108 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Fulvio Lucisano, Federica Lucisano

Regisseur

Massimiliano Bruno

Verleih

Busch Media Group GmbH & Co. KG

Starttermin

30.07.2026

 

Als sich Valerio und Alessandra kennen lernen, funkt es sofort. Nicht in Hinblick auf die große Liebe, mehr in Hinsicht darauf, dass sie als Sexualpartner perfekt zueinander passen, und das umso mehr, weil er unfruchtbar ist und sie über Jahre hinweg nicht schwanger werden konnte. Nach dem Sex wirft Alessandra Valerio jedoch raus. Übernachten muss schließlich nicht sein. Während Valerio zum Direktor der Schule ernannt wird und sich ganz neue Probleme ergeben, merkt Alessandra, dass sie schwanger ist. Erst denkt sie, Valerio hätte sie belogen, doch seine Chance, Vater zu werden, liegt gerade mal bei 0,1 Prozent. Geklappt hat es dennoch, woraufhin die beiden sich fragen, wie es weitergehen soll. Können zwei so unterschiedliche Menschen zusammenkommen oder zumindest einen Konsens finden, um das Kind gemeinsam großzuziehen?

 

„Amore und Basta“ lässt die betretenen Pfade etwas links liegen, weil es nicht nur darum geht, zu sehen, wie zwei sehr unterschiedliche Menschen versuchen, sich zusammenzuraufen, sondern auch gesellschaftliche Themen aufgegriffen werden. So hat man einen fast schon typischen Mann, der bei einem Date die Rechnung bezahlen will und sich als Ritter in der Not generiert, wenn es opportun ist, und eine Frau, die sich für feministische Ideen einsetzt. Als sie ihm erzählt, dass sie schwanger ist, haben beide eine Vorstellung davon, wie der jeweils andere auf das Kind Einfluss haben könnte. Ihr graut es, dass der Junge unter Valerio zum rüden Sportfan wird, er fürchtet, seine Tochter könnte eine Revoluzzerin werden.

 

Liebe gibt es zwischen beiden nicht, und doch möchte Valerio es probieren, wird jedoch von Alessandra abgeblockt. Die Frage, die sich nun stellt: Können sie zumindest Freunde sein, um gemeinsam im Leben ihres Kindes wirken zu können?

 

Das wird recht unaufgeregt erzählt. Hier herrscht kein brachialer Humor vor, eher ist der Film auf subtile Art amüsant. Man schmunzelt, während man dem Leben dieser beiden Menschen (und ihrem jeweils auf sie zugeschnittenem Umfeld) zusieht. Die Chemie zwischen den Schauspielern ist gut. Sie unterstützt, dass zwischen Valerio und Alessandra dann doch mehr als Freundschaft wird. Weil beide sich zusammenraufen und gar nicht merken, wie sich ihre Gefühlswelt verändert.

 

Der Film schafft es, die Balance zwischen Freundschaft und Liebe, Drama und Komödie und Progressivität und Konservatismus zu wahren. Es gelingt ihm, die damit einhergehenden Nuancen zu kombinieren. Herausgekommen ist ein kleiner, sympathischer Film für ein Publikum, das sich unspektakulär, aber von lebendigen Figuren unterhalten lassen will. 

 

Peter Osteried

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