Auf der anderen Seite des Bettes

Um ihre Ehe zu retten, tauschen Ariane und Hugo die Rollen: Sie übernimmt die Leitung seiner Firma, er schmeißt den Haushalt. Ein hübsches Konzept, das Pascale Pouzadoux mit Sophie Marceau und Dany Boon ("Willkommen bei den Sch’tis") in den Hauptrollen als leichte Komödie mit amüsanten Verwicklungen inszeniert.

Webseite: www.aufderanderenseitedesbettes.de

Frankreich 2008
Regie: Pascale Pouzadoux
Drehbuch: Pascale Pouzadoux, Gregoire Vigneron, nach dem Roman von Alix Girod de l’Ain
Musik: Eric Neveux
Darsteller: Sophie Marceau, Dany Boon, Antoine Dulery, Roland Giraud, Anny Duperey, Juliette Arnaud
Länge: 93 Min.
Verleih: movienet
Kinostart: 28. Januar 2010
 

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Ariane (Sophie Marceau) ist Hausfrau, Hugo (Dany Boon) arbeitet. Mit dieser klassischen Rollenverteilung beginnt Pascale Pouzadouxs Komödie. Schnell ist allerdings klar, dass Ariane mit ihren Nerven am Ende ist. Denn neben den beiden Kindern kümmert sie sich auch noch um die Renovierung des Hauses und betreibt mit einer Freundin die Herstellung und den Verkauf einer Schmuck-Kollektion. Hugo bekommt von all dem wenig mit: Er fährt morgens zur Arbeit in die Firma (ein Verleih von Baumaschinen), kommt abends wieder und erwartet einen perfekten Haushalt und eine attraktive Gattin obendrauf. Bis ihn Ariane vor die Wahl stellt: Entweder sie trennen sich oder sie tauschen die Rollen. Kein Problem denkt sich Hugo und freut sich auf das entspannte Leben, dass er als Hausmann erwartet. Doch weit gefehlt. Schnell merkt er, dass er einen Full-Time-Job gegen einen anderen getauscht hat. Währenddessen blüht Ariane in der Firma auf. Mit neuen, frischen Ideen geht sie das Geschäft an und nimmt sich – ganz der Mann – einen Geliebten. Hugo hingegen entdeckt seine „weibliche“ Seite. Was in diesem Fall ein Faible für Pastelltöne und das charmante Anpreisen der Schmuck-Kollektion bedeutet.

Man merkt schon, dass „Auf der anderen Seite“ des Bettes deutlich weniger emanzipiert ist, als es den ersten Anschein hat. Was als Spiel mit den klassischen, konventionellen Rollenverteilungen beginnt und sich zu einer pointierten Satire über Vorurteile und Erwartungen hätte entwickeln können, wird schnell zu einer recht konventionellen Komödie. Sowohl Ariane als auch Hugo entdecken sehr schnell, dass sie die Rolle ihres Ehepartners unterschätzt hatten, leben sich auseinander, bevor sie wieder zueinander finden. Dass die Leichtigkeit, mit der zwei komplexe Leben getauscht werden können fernab der Realität ist, hätte eine noch überspitztere Zeichnung nahe gelegt. Doch Regisseurin Pascale Pouzadoux begnügt sich damit, ihre beiden Hauptdarsteller durch bisweilen amüsante, bisweilen klamaukige Situationen zu schicken. Womit sie auf Nummer sicher geht, hat sie mit Sophie Marceau und Dany Boon doch zwei ausgesprochen sympathische Darsteller zur Hand hat, denen zuzusehen nie langweilig wird. Dementsprechend groß war der Publikumserfolg in Frankreich, der sich auch in Deutschland – wenngleich auf niedrigerem Niveau – einstellen dürfte. Zu Schade nur, dass das Potential des Konzeptes dann doch etwas verschenkt wirkt und man sich nicht getraut hat, einen etwas bissigeren Film zu drehen.

Michael Meyns

Das alte Thema: die Ehe, die Liebe, der Alltagstrott, der Streit. Ariane ist Hausfrau und Mutter zweier Kinder. Sie arbeitet den ganzen Tag, doch Anerkennung findet das nicht, kurz, die Klage vieler Hausfrauen.

Der Ehemann ist im Beruf top. Der Stress dominiert. Da kann es schon einmal vorkommen, dass er eines der Kinder von der Schule oder vom Kindergarten abzuholen vergisst. Und auch zuhause scheinen die Nörgeleien häufiger zu sein als Lobesworte.

Immerhin, Ariane und Hugo lieben sich.

Doch eines Tages hat Ariane die Schnauze voll. Sie stellt ein Ultimatum: Entweder sie geht, oder Hugo ist damit einverstanden, dass sie seine Arbeit draußen in der Firma übernimmt und er als Hausmann fungiert und sich gleichzeitig noch um den Verkauf ihrer Schmuckkollektion kümmert.

Hugo hat nicht die Wahl. Die Kinder allerdings halten davon nicht viel. „Lasst euch lieber gleich scheiden“, sagen sie.

Die neue Formel wird nun praktiziert. Und siehe da: Nach anfänglichen Schwierigkeiten steht Ariane ihren „Mann“, und Hugo wächst der Haushalt derart ans Herz, dass man gar nicht weiß, ob er ihn nach dem verabredeten Jahr wieder aufgeben will.

Das Ganze ist eine Komödie. Also geht alles gut aus.

In Frankreich hatte der Film einen Riesenerfolg. Das liegt wohl am Thema, daran, dass das Gezeigte die Vision vieler Hausfrauen wäre, daran, dass in dem formal glatt ablaufenden Streifen auch nette Ideen versteckt sind und schließlich daran, dass die Hauptrollen von zwei beliebten und fähigen Schauspielern übernommen wurden.

Dany Boon (Hugo) gelang in den vergangenen zwei Jahren ein fast kometenhafter Aufstieg; er strahlt tatsächlich auch eine Menge Sympathie aus. Und Sophie Marceau (Ariane), im französischen Film schon lange eine feste, sehr angenehme Größe, ist vor allem seit „Lol (Laughing out loud)“ wieder mehr im Kommen.

Ein Erfolg wäre demnach auch bei uns zu erwarten.

Thomas Engel