Despereaux – Der kleine Mäuseheld

Das Königreich Dor ist in tiefer Trauer. Der verwitwete König hat das Kochen von Suppe sowie die Gegenwart von Ratten strengstens untersagt. Es bedarf nun der beherzten Hilfe eines kleinen Mäusehelden, den Lauf der Geschichte zum Guten zu wenden. Der computeranimierten und doch ein wenig altbackenen Verfilmung, fehlt im Großen und Ganzen die Magie der Kinderbuch-Vorlage. Insbesondere die menschlichen Figuren sind allzu holzschnittartig geraten.

Webseite: www.despereaux-der-kleine-maeuseheld.de

OT: The Tales Of Despereaux
Großbritannien / USA 2008
Regie: Sam Fell, Robert Stevenhagen
94 Minuten, Cinemascope, ab 6 Jahren
Verleih: Universal
Kinostart: 19.03.2009

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Ein Held tritt nur dann hervor, wenn die Welt ihn wirklich braucht. Das ist auch bei einem Mäusehelden nicht anders. Denn Despereaux Tilling mag wohl klein sein, aber er ist mutig wie ein Ritter in schillernder Rüstung. Und so begab es sich vor langer langer Zeit, im fernen Königreich Dor, dass seine Kühnheit den Lauf der Geschichte verändern sollte. Doch zuvor soll nicht unerwähnt bleiben, dass Roscuro, sein späterer Bruder im Geiste, an dem Verfall des einst so strahlenden Königreichs nicht ganz unbeteiligt war.

 

Es war beim alljährlichen und legendären Suppenfest, als die Schiffsratte Roscuro der Festgemeinde gehörig die Suppe versalzte. Ob schuldig oder nicht spielt kaum eine Rolle, nachdem die Königin selbst diesen Tag nicht überlebte und ihr trauernder Gatte mit sofortiger Wirkung die Zubereitung von Suppe als auch die Gegenwart von Ratten per Gesetz untersagte. Roscuro floh in die Rattenwelt und fristet sein Dasein fortan unter seinesgleichen. In der Mäusewelt erblickt unterdessen der kleine Despereaux das Licht oder vielmehr die Dunkelheit der Welt. Seine übergroßen Ohren und sein nicht minder großer Mut, machen ihn zu einem ganz besonderen Vertreter seiner Art. Ein Problemkind, das aufgrund seiner abnormalen Neigung zu Büchern, Abenteuern und zu Menschen, vom Mäuserat verbannt wird. Die Zeit ist nun gekommen, dass er seine Tapferkeit unter Beweis stellt. Es gilt nicht weniger, als ein gesamtes Königreich vom Bann des Trauerns zu erlösen. Kein Fall für einen Duckmäuser also, sondern für einen wahren Mäusehelden.

Die Regisseure Sam Fell („Flutsch und weg“) und Robert Stevenhagen, lassen Kate DiCamillos Kinderbuch „Despereaux. Von einem, der auszog das Fürchten zu verlernen“ als animiertes Leinwandabenteuer lebendig werden. Eine wunderbare Buchvorlage, die liebevoll im Detail vom Anderssein, von Tapferkeit und Vergebung erzählt. Ein modernes Märchen, das an den richtigen Stellen fesselt und zum Nachdenken anregt.

Im Kern ist hiervon die Botschaft als solche im Film erhalten geblieben, die besondere Magie hingegen lässt der Film teilweise sträflich vermissen. Zu holzschnitzartig kommen manche Figuren in ihrer computeranimierten Belebung daher. Dies betrifft vor allem die Menschenwelt und ihre zahlreichen Randfiguren der Geschichte. Exemplarisch sei hier die Dienstmagd Mig erwähnt, die davon träumt einmal selbst Prinzessin zu sein. Ihr ganz persönliches Trauma sowie die Entwicklung ihrer Figur, lässt einen – entgegen der Buchvorlage – weitgehend kalt. Ganz anders jedoch ist die Welt der Mäuse und die der Ratten geraten. Hier sind die meisten, wenn auch nur rar gesäten Höhepunkte des Films zu finden. Insbesondere die Mäuseeltern von Despereaux als auch der Anführer der Ratten als Kontrapunkt zwischen Gut und Böse, sind hier sehr gut getroffen. Im Original glänzt der etwas altbackene Film durch ein hochkarätiges Schauspielerensemble, welches den Trickfilmfiguren seine Stimme leiht. Darunter Dustin Hoffman, Frank Langella und Matthew Broderick als kleiner Mäuseheld.

Gary Rohweder

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