Enzo Ferrari

Kurzbeschreibung

Webseite: www.globusfilm.de

Italien 2001-2006
Regie: Carlo Carlei
Verleih: Globus
Kinostart 14. Dezember 2006

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK: 

Für die Motorsportler und deren Fans ist und bleibt „Ferrari“ ein Zauberwort. Wie alles begann, zeigt dieser Spielfilm mit dokumentarischem Einschlag.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Vater des Ganzen, Enzo Ferrari, geboren. Schon als 10jähriges Kind entdeckte er seine Liebe zu Autorennen, damals noch in reichlich primitiver Form. So war es nur folgerichtig, dass er Rennfahrer werden wollte. Fiat nahm ihn nicht, also tat er sich mit Alfa Romeo zusammen. Und nachdem er, weil er es seiner Frau  versprechen musste, selbst keine Rennen mehr fuhr, gelang es ihm, den damals berühmtesten Fahrer, Nuvolari, zu verpflichten. Viele Siege waren die Folge.

Bald gründete Enzo Ferrari seine eigene Firma. Das schnellste Auto zu bauen war das Ziel. Und das wurde erreicht.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik nahezu völlig zerstört. Doch Ferrari wäre nicht Ferrari gewesen, hätte er nicht mit voller Kraft wieder von vorne angefangen. Heute ist das Erreichte weltberühmt. 

Aber es geht in diesem Film nicht nur um das Bauen schneller und schöner Autos. Es geht vor allem um den Mann Ferrari: um seine Liebe zu Laura, die erkaltet, als er Lina kennen lernt; um den schmerzlichen Tod seines Sohnes Dino; um den Ehrgeiz, der ihn buchstäblich über Leichen gehen lässt; um die beruflichen Rückschläge; um sein rücksichtsloses Herrschaftsgebaren; um das neben seiner Ehe mit Laura bestehende Verhältnis zu Lina, mit der er einen Sohn und eine Tochter hat; darum, dass er gegen Ende seines Lebens vieles, vor allem den Tod von Fahrern, rückgängig machen würde, wenn er nur könnte.

Formal nicht aufregend, doch für Fans sicherlich ein Liebhaberstück. Linear wird Ferraris nicht ohne Widrigkeiten ablaufendes Leben und die bei weitem nicht aller Kritik enthobene Persönlichkeit geschildert. Fiktive Interview-Szenen  im Alter wechseln mit Rückblenden ab.

Sergio Castellitto hat die Rolle der Hauptperson gut im Griff. Auch die Frauen Christina Moglia (Laura) und Jessica Brooks (Linda) warten mit gutem Spiel auf. Alles in allem ein Stück für Fans. Nicht speziell für Filmkunsttheater und Programmkinos – aber auch dort möglich.

Thomas Engel