Jason’s Box – Bäume für Grönland

Der Klima- und Gletscherforscher Jason Box warnt seit einem Vierteljahrhundert vor den Auswirkungen des Klimawandels. Da in all den Jahren nichts passiert ist, hat er einen anderen Ansatz gewählt, um etwas zu bewirken. Dabei wurde er von Filmemacher Michael Straßburger beobachtet.

 

Über den Film

Originaltitel

Jason’s Box

Deutscher Titel

Jason’s Box – Bäume für Grönland

Produktionsland

DEU

Filmdauer

89 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Michael Strassburger

Regisseur

Michael Strassburger

Verleih

Film Kino Text – Jürgen Lütz

Starttermin

26.11.2026

 

Politik und Wirtschaft haben nie auf die Warnungen von Jason Box gehört. Er warnte und warnte und warnte, aber es passierte nichts. Dabei ist zu sehen, wie das grönländische Inlandeis abschmilzt. Dadurch werden Landschaften freigesetzt, die zuvor unter Eis verborgen waren. Aber diese neuen Landschaften müssen vor Erosion geschützt werden, zumal der Meeresspiegel auch steigt. Darum hat Jason Box beschlossen, nicht mehr nur zu warnen, sondern etwas zu tun. Zusammen mit der grönländischen Jugend pflanzt er Bäume auf den nun freien landschaftlichen Flächen, die der Erosion Einhalt gebieten, seinen jungen Helfern aber auch einen neuen Umgang mit der Natur verdeutlichen sollen. 

 

Dies ist ein bewusst ruhiger Film, ein unaufgeregter Film. Vielleicht auch deswegen, weil Jason Box erfahren hat, dass Warnen nichts bewirkt, aber Handeln schon. Das mögen Taten im Kleinen sein, aber jeder Baum, den er pflanzt, bewirkt etwas. Nicht jetzt, nicht sofort, aber irgendwann, denn Jason Box setzt auf Zeit. Aber Zeit ist ein zweischneidiges Schwert. Er erzählt in einem Interview, dass manche Küstenstädte seit 800 Jahren existieren, aber angesichts es erwarteten Meeresspiegelanstiegs im nächsten Jahrhundert stellt sich die Frage, ob diese Städte in weiteren 800 Jahren noch immer da sein werden. Dabei reicht es nicht, zu verhindern, dass weiterhin Kohlenstoff in die Atmosphäre geblasen wird, es sind auch die immensen Mengen, die schon längst dort sind.

 

„Jason’s Box – Bäume für Grönland“ erhebt nicht den moralischen Zeigefinger, sondern erzählt nüchtern von dem, was kommen wird, und von dem, was man jetzt machen kann und machen muss. Der Film versucht, ein Bewusstsein dafür zu wecken, doch es steht zu befürchten, dass er ohnehin nur die erreichen wird, die schon überzeugt sind. Und doch sind Filme wie diese wichtig, weil sie Sichtbarkeit herstellen, weil sie ein Thema nicht einfach aussitzen, sondern aufzeigen, wie komplex die Problemstruktur ist, der die Menschheit sich gegenübersieht.

 

Das alles verpackt Michael Straßburger in eindrucksvolle Bilder grönländischer Landschaften – auf Eis, aber auch auf Land. Grönland wirkt dabei fast unwirklich, märchenhaft, aber das steht im krassen Kontrast zu der Dringlichkeit, mit der hier agiert werden muss. Weil die Zeit gegen den Menschen spielt, aber ein guter Teil dieser Menschheit kann oder will das nicht sehen. 

 

Peter Osteried

Mehr lesen

Neuste Filmkritiken

ℹ️ Die Inhalte von programmkino.de sind nur für die persönliche Information bestimmt. Weitergabe und gewerbliche Nutzung sind untersagt. Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Filmkritiken dürfen ausschließlich von Mitgliedern der AG Kino-Gilde für ihre Publikationen verwendet werden.