Man könnte vermuten, dass die Produktionsfirmen nach den Eberhofer-Filmen Blut geleckt haben. Bayerische Provinzkrimis mit Lokalkolorit, sprachlich-bayrischem Flair, einem mehr oder minder interessanten Fall und ein bisschen Humor – da muss doch der Hit fast vorprogrammiert sein. Vielleicht ist er das auch, immerhin haben es Jörg Maurers Jennerwein-Romane mittlerweile auf die stattliche Anzahl von 16 Stück gebracht.
Über den Film
Originaltitel
Kommissar Jennerwein – Hochsaison
Deutscher Titel
Kommissar Jennerwein – Hochsaison
Produktionsland
DEU
Filmdauer
91 min
Produktionsjahr
2026
Produzent
Nommsen, Kerstin / Berg, Quirin / Benedict, Benjamin
Regisseur
Salonen, Hannu
Verleih
Leonine Distribution GmbH
Starttermin
05.11.2026
Kommissar Jennerwein kommt neu nach Garmisch-Partenkirchen, wo der Bürgermeister für die Spiele 2038 wirbt und beim Skispringen ein Däne stirbt, weil auf ihn geschossen wird. Der Täter hat seinen Bekennerbrief schon vor der Tat verschickt. Während der Bürgermeister versucht, alles zu vertuschen, ermittelt Jennerwein, der eigentlich viel zu gut für Garmisch-Partenkirchen ist. Aber er ist eben nicht nur ein Provinz-Sherlock-Holmes, sondern auch jemand der irgendwo im Asperger-Spektrum angesiedelt sein dürfte. Ach ja, und er, der mit Vornamen Hubertus heißt, hasst es, Hubsi genannt zu werden …
Am Skript schrieb Maximilian Brückner mit, die Hauptrolle übernahm sein Bruder Florian. Der schlägt sich als unangepasster Kommissar auch gut. Wenn es etwas zu lachen gibt – und viel ist das in diesem Film nicht – dann hat es meistens mit seiner Figur zu tun. Allerdings reicht das dann auch nicht. Die Gags zünden meistens nicht, die Nebenfiguren sind nicht so schillernd wie beim Kollegen Eberhofer, und der Mordfall hat seine Tücken. Ganz zu schweigen vom Bürgermeister, der wie einst der Kollege aus „Der weiße Hai“ einfach nicht wahrhaben will, dass ein Hai respektive ein Killer die Bevölkerung dezimiert.
„Kommissar Jennerwein – Hochsaison“ hat ein paar Momente, die Musik ist jovial-beschwingt (auch so eine Verbeugung vor dem Eberhofer), aber die Erzählweise erratisch. Letzten Endes wirkt die Schnitzeljagd wie aus dem Baukasten für 08/15-Kriminalfälle. Solche hat der Eberhofer auch, aber der punktet eben mit den Figuren. Da hilft es auch nichts, dass mit Gerhard Wittmann der Bruder vom Eberhofer dabei ist. Wobei, der hat zumindest eine der besten Szenen des Films, als zwei Damen Schickimicki-Kaffee bestellen, er aber Kaffee aus der Kanne einfach aufmotzt, während er die Geräusche eines Kaffeeautomaten nachmacht. Auf der anderen Seite: Wenn man das schon als ein Highlight des Films sehen muss, dann weiß man eben auch, dass er sonst nicht viel zu bieten hat.
Peter Osteried







