Monga – Gangs of Taipeh

Der Titel beschreibt es präzise: „Monga – Gangs of Taipeh“ ist ein epischer, mitreißender Film über Gangsterbanden in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh. Im Mittelpunkt steht der junge Mosquito, der eher durch Zufall in eine Bande gerät und im Laufe der Zeit miterleben muss, wie aus den einstigen Freunden Gegner auf Leben und Tod werden.

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Taiwan 2010
Regie: Doze Niu Chen-Zer
Darsteller: Mark Chao, Ethan Ruan, Rhydian Vaughan, Huang Teng-Hui, Tsai Chang-Hsine, Ma Ju-Lung
Länge: 140 Min.
Verleih: Rapid Eye Movies
Kinostart: 9. Dezember 2010
 

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Kaum in seiner neuen Schule angekommen, wird der 17jährige Mosquito gleich Opfer von Schikanen. Eine Weile erduldet er die Qual, dann setzt er sich zur Wehr – und beeindruckt die Mitglieder einer Bande so sehr, dass sie ihm anbieten, Mitglied zu werden. Dass er vor der wichtigsten Entscheidung seines Lebens steht, dass sich mit seinem Eintritt in die Bande alles ändern wird, begreift Mosquito erst spät, zu spät. Denn die Bande wird angeführt von Dragon Lee, der als Sohn des Gangsterboss Geta schon von Kindheit an gefürchtet war. In dem traditionellen, von engen Gassen, Essensständen und Tempeln geprägten Stadtviertel Monga, mitten in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh gelegen, ist Dragon Lee ein kleiner König. Zusammen mit seinem besten Kumpel Monk beherrscht er die Straßen und liefert sich wilde Prügeleien mit verfeindeten Banden. Deren Sinn versteht Mosquito nicht, aber er macht begeistert mit, ist er doch zum ersten Mal in seinem Leben nicht Opfer von Gewalt, sondern teilt selbst aus.

Doch was zunächst wie ein Abenteuerspiel wirkte, wird bald bitterer Ernst: Festlandchinesen begehren Einlass in die geordnete Welt Mongas und verlangen unerbittlich nach einem großen Teil des Kuchens. Während die taiwanesischen Bosse Geta und Masa recht friedlich nebeneinander existiert haben und die Streitigkeiten ihren zahlreichen Untergebenen überlassen haben, ist der chinesische Boss Grey Wolf von anderem Kaliber. Unerbittlich will er die Macht an sich greifen und scheut dabei auch nicht vor der Anstiftung blutiger Bandenkämpfe zurück. Und so müssen sich bald auch die Mitglieder von Mosquitos Bande entscheiden, auf welcher Seite sie stehen.

Mit großer Geste und Wucht schildert Regisseur Doze Niu Chen-Zer das Leben auf den Straßen von Monga, die beiläufige Gewalt, die traditionellen Strukturen, die in Auflösung begriffen sind, die Konflikte, die auch politischer Natur sind. Wie es im Kino Hong Kongs jahrelang üblich war, dient auch in „Monga“ eine Genreerzählung dazu, die politischen Verhältnisse zu thematisieren. So wie auch in der Realität der Einfluss der so genannten Festlandchinesen in Taiwan stetig zunimmt, so sehen sich auch die Gangster im Film einer drohenden Invasion des großen, mächtigeren Nachbarn ausgesetzt. Der legt nicht viel Wert auf Traditionen, sondern versucht mit allen Mitteln die Kontrolle über die Geschäfte zu übernehmen.

Im Film endet der Konflikt im Blut, in der Realität befürchten nicht wenige Taiwanesen Ähnliches für ihre Insel. Dieser aktuelle Bezug dürfte einiges zum Erfolg von „Monga“ in seiner Heimat beigetragen haben, spielt für das deutsche Publikum aber sicherlich eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist da die mitreißende Dynamik der Geschichte, die fast komödiantisch beginnt, voller jugendlichem Aufbruch und Elan und im Laufe der Handlung zunehmend düster und schonungsloser wird.

Michael Meyns

ie taiwanesische Hauptstadt in den 80er Jahren, darin das alte Stadtviertel Monga. Der Junge, den sie später „Mosquito“ nennen, lebt dort. In der Schule gehört er zu denjenigen, die von den „Stärkeren“ schikaniert und sogar unterdrückt werden.

Rechtzeitig bemerkt Mosquito, dass er sich wehren muss. Er tut es auf eine Weise, die den Bandenführer Dragon Lee erstaunt. Er wird in die Bande aufgenommen.

Dragon Lees Vater ist der Gangsterboss „Geta“. Dieser und andere seiner Art wie etwa „Masa“ beherrschen die genau abgegrenzten Reviere. Wehe dem, der solche Grenzen zu überschreiten wagt.

Keine Frage, dass die einzelnen Banden einander auch bekämpfen. Denn die Macht in Händen zu haben und zu behalten ist oberstes Gebot. Es könnte um Drogen, Prostitution, Schutzgeldzahlungen oder anderes gehen.

Da, plötzlich greifen kriminelle Organisationen vom chinesischen Festland ein. Jetzt regieren die Schusswaffen.

Der Regisseur stammt von Monga und verklärt mit diesem Film ein wenig seine Jugend. Ihm geht es seiner Aussage nach – vor allem innerhalb von Dragon Lees Bande – um Freundschaft und Bruderschaft, um Blut und Verschwörung, um Widerstand und Veränderung.

Als „choreographische Action“ ist das seiner Auffassung nach in Szene gesetzt. Tatsächlich wird bei allem Inhaltlichen auf die Ästhetik größter Wert gelegt. Also tänzerische Kämpfe, Farben, Massenszenen, volles Lokalkolorit.

Für Liebhaber von asiatischen Action- und Bandenfilmen, von farbigen Groß- und Altstadtszenen, von pulsierendem, nicht ungefährlichem Leben, von Gangsterbossen und ihren Machtkämpfen.

Thomas Engel