Steven Spielbergs Tochter hat es getan, M. Night Shyamalans Tochter auch, und zu ihnen gesellt sich auch die Tochter von George A. Romero. Tina Romero tritt dabei noch mehr in die Fußstapfen ihres Vaters, da sie für ihren Debütfilm, bei dem sie auch am Skript mitgeschrieben hat, ein Zombie-Thema wählt. Könnte man meinen, dass sie damit nur wiederholt, was ihr alter Herr in drei Klassikern und drei späteren, weniger gut aufgenommenen Zombie-Filmen vorgemacht hat, so ist das nicht ganz richtig. Einerseits kommt sie weniger schnell auf den Punkt, andererseits hat sie mit einem Drag-Queen-Club ein interessantes Setting.
Über den Film
Originaltitel
Queens Of The Dead
Deutscher Titel
Queens Of The Dead
Produktionsland
USA
Filmdauer
99 min
Produktionsjahr
2025
Produzent
Miller, Matthew Lee / Metzger, Natalie
Regisseur
Romero, Tina
Verleih
FILMPERLEN
Starttermin
29.10.2026
In einem Drag-Club wird der Auftritt von Yasmine vorbereitet. Es soll ein großer Event werden, aber Yasmine ziert sich, weswegen der unter Lampenfieber leidende Samonce einspringen soll. Aber Absagen und Lampenfieber sind schon bald das geringste Problem aller Beteiligten, denn in der Stadt geht eine Zombie-Seuche um. Im Club wird eine Frau gebissen, über die Handys kommen Warnhinweise und die Toten werden immer mehr …
Tina Romero zitiert ihren Vater mit dem berühmten „Sie kommen und holen dich, Barbara“-Spruch, aber auch dadurch, dass sie dessen FX-Meister Tom Savini in einem Cameo-Auftritt als Bürgermeister besetzt, der erklärt, dass sie alle sich nicht in einem George-Romero-Film befinden. Das ist auch richtig, denn zumindest der junge Romero hätte einen weit packenderen Film abgeliefert. Bei Tina Romero funktioniert der Flow nicht. Sie braucht eine geschlagene halbe Stunde, um die Handlung in Gang zu bringen. Wie es anders geht, zeigte ihr Vater, der mit Filmen wie „Die Nacht der lebenden Toten“ und „Zombie“ praktisch nur eine Handvoll Minuten brauchte, um die Zombie-Apokalypse greifbar zu machen.
Tina Romero interessiert sich wiederum mehr für die Subkultur ihrer Figuren, aber es gelingt ihr nicht, diese auch mit Leben zu erfüllen. Sie wirken mehrheitlich unterentwickelt und bleiben, obwohl sie eigentlich schön unangepasst sind und sich auch so kleiden, farblos. Die Mixtur aus Horror und albernem Humor funktioniert auch nur bedingt. Gruselig ist das Ganze nie, ein paar amüsante, auch dynamisch und lebendige Szenen gibt es schon, aber denen stehen dann wieder totale Showstopper-Momente gegenüber.
Auch die schauspielerischen Leistungen sind durchwachsen. Manche sind gut, andere wirken fast schon laienhaft. Alles in allem ist „Queens of the Dead“ vor allem ein Film, dessen Grundidee gut ist, aber bei der Umsetzung hapert es. Tina Romero ist – und da schließt sie sich den anderen Töchtern an – eben kein Talent wie ihr Vater. Aber gerade bei dem Film hat man eh das Gefühl, dass Tina Romero sich mehr mit der queeren Subkultur als mit den Zombies befassen wollte. Letztere sind nur Mittel zum Zweck.
Peter Osteried







