Resident Evil

Nach den sechs eher Action- als Horrorlastigen Filmen mit Milla Jovovich, die mehr als eine Milliarde Dollar an den Kinokassen erwirtschafteten, wagte Constantin schon vor ein paar Jahren einen Neustart, der aber nicht zum Erfolg wurde. Eine Marke wie „Resident Evil“ links liegen zu lassen, kommt aber auch nicht in Frage. Es brauchte nur den richtigen Mann, um das Franchise filmisch zu kickstarten. Den fand Constantin in Zach Cregger, der mit „Barbarian“ nervenzerrenden Horror und mit „Weapons“ einen angenehm komplexen Genrefilm abgeliefert hat. Als Fan der Games wollte er nun deren Feeling filmisch erfassen, aber nicht auf bekannte Figuren setzen. 

 

Über den Film

Originaltitel

Resident Evil

Deutscher Titel

Resident Evil

Produktionsland

USA, DEU, FRA

Filmdauer

95 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Robert Kulzer, Roy Lee, Miri Yoon, Asad Qizilbash, Carter Swan,

Regisseur

Zach Cregger

Verleih

Constantin Film Vertriebs GmbH

Starttermin

17.09.2026

 

Bryan ist Kurierfahrer, der auch dringende medinische Güter liefert. Nach seinem letzten Auftrag erhält er einen neuen. Er soll eine Tasche durch die winterliche Nacht innerhalb einer Stunde zu einem Labor in Raccoon City liefern. Weil es gut bezahlt ist, übernimmt Bryan den Job, aber als er auf der Fahrt mitten im Wald eine Frau anfährt, befindet er sich in einer konstanten Eskalationsstufe, während er weiter versucht, in die Stadt zu kommen, dabei aber auf immer monströsere Kreaturen trifft.

 

Was sofort auffällt: Zach Cregger arbeitet mit Humor. Er wirkt aber nie aufgesetzt, sondern ergibt sich daraus, dass die Hauptfigur einfach menschlich ist, inklusive ihren Fehlern und Fehlentscheidungen, die in Extremsituationen nun mal vorkommen können. Die Komik ergibt sich aus der Situation, sie wirkt niemals aufgesetzt, und sie ist ein starker Gegenpol zur enorm dichten Atmosphäre. Cregger zitiert die Games, indem er immer mal wieder eine First-Person-Shooter-Perspektive übernimmt. Ebenso lässt er seine Figur durch dunkle Gänge streifen. Immer ist Bryan dabei auf der Flucht, hin zu seinem Ziel. Wenn etwas schiefläuft, flucht er – wie man das halt tun würde.

 

So entwickelt er im Grunde eine Echtzeiterzählung, bei der die Dringlichkeit der außer Kontrolle geratenden Situation immer stärker in den Fokus rückt, insbesondere, wenn Bryan Raccoon City erreicht. Von den Figuren der Games fehlt hier jede Spur, der Film ist somit weniger die Adaption eines spezifischen Teils der Reihe, sondern versucht eher – und das sehr gelungen – die Stimmung der Spiele einzufangen. Dabei präsentiert das Werk einige nicht nur phantasievolle, sondern auch sehr erstaunliche Monster, die über das hinausgehen, was man in früheren Filmen der Reihe sehen konnte.

 

Das Ende mag ein wenig abrupt erscheinen, es ist aber ein guter Schlusspunkt für Bryan und auch für Raccoon City. Was Cregger hier im Grunde bereitet, ist das Fundament. Auf dem lässt sich das Franchise neu aufbauen, und – wenn auch weiterhin die richtigen Leute am Ruder sitzen – es könnte erfolgreicher werden als die Jovovich-Reihe. Zumindest hat man erstmals das Gefühl, dass jemand die Games nicht nur gespielt hat, sondern liebt, und diese Liebe in neue Form gegossen hat. 

 

Das Ganze ist unterlegt mit einem Score, der an die Synthesizer-Musik einiger John-Carpenter-Filme erinnert. Ein starker Genre-Film, der vor allem auch nicht darüber stolpert, dass er ein wenig Humor einbringt, ohne dass der Horroraspekt darunter leidet. 

 

Peter Osteried

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