Salz und Wasser – Mit der legendären Polarstern in die Antarktis

Auf einer Expedition in die Antarktis begleitete Regisseurin Ines Reinisch die Besatzung des deutschen Forschungsschiffes Polarstern, die seit Anfang der 80er Jahre in Betrieb ist und inzwischen schon auf über 100 Fahrten in den Polarregionen unterwegs war. Das Ergebnis ist der Dokumentarfilm „Salz & Wasser“, der bisweilen von einer fast kindlichen Neugier geprägt ist, aber auch handfeste Fakten über den Klimawandel liefert.

 

Über den Film

Originaltitel

Salz und Wasser – Mit der legendären Polarstern in die Antarktis

Deutscher Titel

Salz und Wasser – Mit der legendären Polarstern in die Antarktis

Produktionsland

DEU

Filmdauer

106 min

Produktionsjahr

2025

Regisseur

Reinisch, Ines

Verleih

farbfilm verleih GmbH

Starttermin

20.08.2026

 

Das der Dokumentarfilm „Salz & Wasser“, der in der Antarktis gedreht wurde, zwischen Gletschern und Eis, im Spätsommer in die Kinos kommt mag ironisch erscheinen, doch bei genauerer Betrachtung passt diese Programmierung, schließlich ist im globalen Klima alles verbunden.

Und um das große Ganze geht es der Regisseurin Ines Reinisch in ihrem Film, der während einer Expedition der Polarstern entstand, einem Forschungsschiff, einem Eisbrecher, der seit Anfang der 80er Jahre schon über 100-mal in den eisigen Regionen der Welt unterwegs war, hunderte Wissenschaftler an extreme Orte gebracht hat, um Grundlagenforschung zu ermöglichen, die immer noch allzu häufig ignoriert wird.

Erstaunlicherweise, denn um zu erkennen, dass sich hier grundlegendes ändert, braucht es gar nicht so spektakulärer Forschung, wie sie auch dank der Polarstern betrieben wird, sondern nur des bloßen Auges: Eisberge brechen ab, die Gletscher selbst an diesem, einem der kältesten Orte des Planeten gehen zurück, der Meeresspiegel steigt, zwar noch nur um Zentimeter, doch wenn es so weiter geht, muss man von Metern sprechen.

Manche der Forscher, die Reinisch zu Wort kommen lässt, sprechen mit Melancholie von ihrer Arbeit, den für sie offensichtlichen Erkenntnissen und daraus folgenden Konsequenzen, die von der breiten Öffentlichkeit dennoch meist ignoriert werden. Was andererseits nichts neues ist: Wenn Veränderungen schleichend geschehen, sich nicht durch große Katastrophen bemerkbar machen, dann fällt es allzu leicht, die Augen vor ihnen zu verschließen.

Eine gewisse elegische Stimmung zieht sich so durch „Salz & Wasser“, einem Film, der sich bisweilen nicht ganz entscheiden kann, ob er nun trockene Wissenschaftsdokumentation sein möchte oder doch emotionales Pamphlet für die Rettung der Antarktis, also unseres Planeten. Vielleicht rührt daher Ines Reinisch Hang zu einer etwas kitschigen Erzählerstimme, mit der sie ihre Beobachtung an Bord spricht. Bisweilen wirkt die Naivität der Beobachtungen wie eine Variation der Kindersendung „Löwenzahn“, wirkt jede Schraube an Bord wie eine spektakulärere Entdeckung.

Nüchterner und dadurch interessanter wirken dagegen die Aussagen der Besatzungsmitglieder, die von ihrer langjährigen Erfahrung berichten, den Monaten, die sie von zu Hause weg sind, wenn die Polarstern einmal mehr zu einer Expedition aufbricht, aber auch die Gespräche mit den Wissenschaftlern, die auch anhand von einfachen, prägnanten Diagrammen ihre Forschung erklären.

In manchen Momenten gelingen Reinisch gar geradezu Herzogsche Bilder von den schier endlosen Weiten des vielleicht dann doch nicht ewigen Eis, besonders eine Minutenlange Flugaufnahme über Eisfelder und Berge bleibt in Erinnerung, die die Schönheit und fragile Vergänglichkeit der Antarktis einfängt. Allein diese Szenen machen „Salz & Wasser“ sehenswert und deuten an, welche Konsequenzen der Klimawandel schon hat, gerade auch im Eis der Antarktis.

 

 

Michael Meyns

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