Saphirblau

Anderthalb Jahre nach „Rubinrot“ kommt nun mit „Saphirblau“ die Verfilmung des zweiten Band der so genannten Edelstein-Trilogie ins Kino. Erneut reisen die Teenager Gwendolyn und Gideon durch Raum und Zeit, versuchen herauszufinden, was die mysteriöse Loge plant und vor allem wie es um ihre junge Liebe steht. Ein buntes Abenteuer zwischen Fantasyfilm und Teenie-Romanze.

Webseite: www.saphirblau-derfilm.de

Deutschland 2012
Regie: Felix Fuchssteiner, Katharina Schöde
Buch: Katharina Schöde, nach dem Roman von Kerstin Gier
Darsteller: Maria Ehrich, Jannis Niewöhner, Peter Simonischek, Katharina Thalbach, Rüdiger Vogler, Veronica Ferres
Länge: 116 Minuten
Verleih: Concorde
Kinostart: 14. August 2014

FILMKRITIK:

Nicht nur in Hollywood, auch in Deutschland kennt man den kommerziellen Nutzen von Trilogien oder noch längeren Filmreihen, bei denen man sich auf ein quasi eingebautes Publikum verlassen kann. Gerade der mittlere Teil einer Trilogie hat da oft das Problem, dass er kaum mehr ist, als ein Zwischenspiel, das auf den Abschluss der Reihe vorbereitet. So ähnlich ist es auch bei „Saphirblau“, der recht unvermittelt beginnt: Im London des frühen 17. Jahrhunderts lauschen die Zeitreisenden Paul (Florian Bartholomäi) und Lucy (Josefine Preuß) in einem Pub gerade den Worten eines weltberühmten Dichters namens William Shakespeare, als sie beobachten, wie der Graf von St. Germain (Peter Simonischek) einen Mord begeht. Der Graf ist Gründer und Herrscher der Geheimloge der Wächter, die mit Hilfe eines Chronographen genannten Geräts das Zeitreisen beherrscht. Allerdings kann nicht jeder Zeitreisen, sondern nur die Auserwählten, deren Blut das Zeitreisegen enthält.
 
Dazu zählt auch die 16jährige Gwendolyn (Maria Ehrich), ein tollpatschiges Mädchen, die aus noch unbekannten Gründen sehr wichtig für den Plan St. Germains ist. Dieser hält Gideon (Jannis Niewöhner) dazu an, seinen Charme zu benutzen, um Gwendolyn zu verführen und sie in den Bann der Loge zu ziehen. Denn erst wenn er im Besitz von Blutstropen aller zwölf Zeitreisenden ist, kann er seinen Plan verwirklichen und die Macht über die Welt erringen.
 
Diesen Plan suchen Paul und Lucy zu vereiteln und kommunizieren über die Jahrhunderte mit Gwendolyn, die langsam begreift, dass sie etwas ganz besonderes ist und dass auch ihre Mutter Grace (Veronica Ferres) eine spezielle Frau ist. Mehr und mehr emanzipiert sich Gwendolyn, während sie dem Geheimnis der Loge auf die Spur kommt.
 
Wie diese Geschichte ausgeht, wird man allerdings nicht in „Saphirblau“ erfahren, sondern erst im schon geplanten dritten Teil der Trilogie: „Smaragdgrün.“ Doch auch wenn der Film des Regieduos Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde kein abgeschlossenes Ende hat, unterhaltsam sind die Abenteuer von Gwendolyn und Gideon durchaus. Während ihre amourösen Verstrickungen eher an eine Soap-Opera oder eine Teenie-Romanze erinnern, kann sich die Fantasyebene durchaus mit den offensichtlichen Vorbildern a la Harry Potter und Co. messen. Nicht unbedingt auf der visuellen Ebene oder im Bereich der Spezialeffekte, aber was die komplizierte Mythologie angeht, die von erstklassigen Schauspielern wie Peter Simonischek oder Rüdiger Vogler mit bemerkenswerter Emphase erklärt wird.
 
Doch letztlich sind es vor allem die beiden sympathischen Hauptdarsteller Maria Ehrich und Jannis Niewöhner, die „Saphirblau“ bei allen Zeitreisen und Blutabnehmen und düsteren Logenversammlungen angenehm erden und unter dem großen Mantel einer Verschwörung, ganz normale emotionale Probleme durchleben.
 
Michael Meyns