Schatzritter

Sommer in Luxemburg. Der elfjährige Jeff verbringt die freien Tage rund um den Campingplatz seines Vaters und gerät in ein großes Abenteuer: Die sagenumwobene Melusina, eine wunderschöne Meerjungfrau, ist aufgetaucht und mit ihr finstere Schatzjäger, die Jeff und seinen Freunden das Leben schwer machen… Ein schöner Kinderfilm voller Abenteuer und Schatzsuche, der eine gute Balance zwischen fantastischem Abenteuer und realistischen Problemen findet.

Webseite: www.farbfilm-verleih.de

Deutschland/ Luxemburg 2011
Regie: Laura Schroeder
Buch: Stefan Schaller, Martin Dolejs, Oliver Kahl, Eileen Byrne
Darsteller: Alexandra Neldel, Clemens Schick, Luc Feit, Tun Schon, Anton Glas, Lana Welter, Thierry Koob
Länge: 90 Minuten
Verleih: farbfilm Verleih
Kinostart: 30. August 2012

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Der Legende nach ist Melusine eine wunderschöne Meerjungfrau, die einen Ritter unter einer Bedingung heiratete: An einem bestimmten Tag durfte der Ritter sie nicht betrachten, dann nämlich, wenn Melusine nicht als Mensch zu sehen ist, sondern ihre wahre Gestalt annimmt. Doch der Ritter brach das Tabu und Melusine verschwand. „Schatzritter“ spinnt diese Sage weiter und lässt Melusine alle sieben Jahre auftauchen, für genau sieben Tage. Nur dann ist ihr legendenumwobener Schatz auffindbar. Sieben Jahre vor Beginn der eigentlichen Handlung von „Schatzritter“ wird der damals 4jährige Jeff Zeuge, wie seine Mutter von einem Mann im schwarzen Umhang getötet wird, der auf der Jagd nach Melusines Schatz war. Jeffs Vater Michael (Luc Feit) wollte den Erzählungen seines Sohnes schon damals nicht glauben und auch in der Gegenwart sind Jeffs Geschichten von verborgenen Schätzen und Meerjungfrauen in seinen Augen nur wirres Zeug.

Vertrauen in seinen Sohn hat er kaum, ängstlich bewacht er Jeff und beschützt ihn übervorsichtig vor der Welt. Jeder Ausflug auf die nahe gelegene Burg, die der inzwischen elf Jahre alte Jeff (Anton Glas) mit seinen Freunden Leo, Julia und Killer unternimmt, ziehen Vorwürfe des Vaters nach sich. Allein die schöne Melanie (Alexandra Neldel), die ganz plötzlich am Ufer des Baches aufgetaucht ist, scheint Verständnis für Jeff zu haben – und die Gabe, immer dann aufzutauchen, wenn Jeff in Not ist, was ein ums andere Mal der Fall ist. In Melanie glaubt Jeff Melusine erkannt zu haben, von der seine Mutter ihm so viel erzählt hat. Zusammen mit seinen Freunden setzt Jeff alles daran, die sieben Tage zu nutzen, um den Schatz zu finden. Doch das gleiche Ziel hat der finstere Duc de Barry (Clemens Schick), der mit seinen Schergen die Gegend unsicher macht und keine Skrupel hat, wenn es um das Heben des Schatzes geht.

Wie eine Schnitzeljagd ist das in Luxemburg gedrehte Kinderfilmabenteuer von Laura Schroeder inszeniert. Immer neue Hinweise führen die Kinder von Burg, zu Höhle und Kirchen-Krypta, immer in Sorge, von Jeffs Vater und dem finsteren de Barry gefunden zu werden. Doch nicht das Abenteuer ist Mittelpunkt von „Schatzritter“, sondern das zwar herzliche, aber nicht unproblematische Verhältnis von Jeff und Michael. Seit dem Tod der Mutter lässt der Vater seinem Sohn kaum Luft zum atmen, beschützt ihn eben wie das letzte verbliebene Teil seiner Familie, doch das Wichtigste hat er nicht: Vertrauen. So wie der Ritter aus der Saga Melusine misstraute und dadurch alles zerstörte, ist auch der Vater auf dem besten Weg seinen Sohn zu verlieren.

Mit sympathischen Kindern und einigen deutschen Schauspielern besetzt, die viel Spaß haben, märchenhafte Figuren zu spielen, ist die „Schatzritter“ ein schöner Kinderfilm, der eine gute Balance zwischen fantastischem Abenteuer und realistischen Problemen findet.

Michael Meyns

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