Science of Sleep, The

Der Schlaf der Unvernunft gebiert kuriose Geschichten … Was wäre das Kino ohne die Träumer? Gar ohne die Träume? Freud sei Dank bahnt sich das Unterbewusste immer wieder einen Weg auf die Leinwand. Bei traumhaften Regisseuren wie Gondry und bei Traum-Männern wie Gael Garcia Bernal ein wahrer Traum! Auch wenn die Traum-Frau schwer zu kriegen ist…

Webseite: www.science-of-sleep.de

Frankreich 2006
Regie und Buch: Michel Gondry
Darsteller: Gael García Bernal, Charlotte Gainsbourg, Alain Chabat
Verleih: Prokino
Länge: 105 Min.
Kinostart: 28. September 2006

PRESSESTIMMEN:

Traumhafte Weltflucht – Kino und Traum sind Verwandte, kaum ein Regisseur weiß das besser als Michael Gondry. In seinem neuen Film erzählt er mit schlafwandlerischem Eigensinn von romantischer Liebe – im Gewand des surrealen Märchens. (…) "Science of Sleep" ist ein irrlichterndes Erwachsenenmärchen, in der sich Gondrys Fabulierkünste und seine schier unerschöpfliche Vorstellungskraft gegenseitig befeuern.
Der Spiegel

Michel Gondrys Filmromanze ist so effekt- und fantasievoll inszeniert, als purzelten die Helden durch eine Gemäldesammlung mit Dalis, Chagalls und Magrittes.
Brigitte

Die ausgesprochen gefühlvolle Liebeskomödie lotet mit Hilfe ihrer charmanten Hauptdarsteller lustvoll die Grenzen zwischen subjektiver und objektiver Wahrheit aus und bietet ein Paradebeispiel an absurder Romantik. – Sehenswert ab 14.
film-dienst

"Science of Sleep" heißt zu Recht im Untertitel "Anleitung zum Träumen", denn die Sphäre des Films ist eine durchaus träumerisch-spielerische Surrealität. Michel Gondry (…) verzettelt sich auch selbstverliebt in Mätzchen, doch der Märchengeist der wunderbaren Amélie ist nicht fern.
Der Spiegel

Mit unbändiger Experimentierlust bastelt Michel Gondry avantgardistische Musikvideos und genialisch verwinkelte Spielfilme. Sein jüngstes Werk "Science of Sleep" wandelt lässig zwischen Traum und wachem Leben. – Sehenswert.
tip Berlin

Eine herrlich verrückte Liebeskomödie, in der Regisseur Michel Gondry ("Vergiss mein nicht") die Zuschauer mit fantasievollen, poetischen Bildern verzaubert. Sein Film steckt voller origineller Einfälle, die nicht mit großartiger Technik verwirklicht wurden, sondern wie handgemacht sind, was "Science of Sleep" zusätzlich Charme verleiht. Surreal, schräg, schön.
Brigitte

Ein fantastisch-bunter, unterhaltsamer und intelligenter Film. Ein echtes Erlebnis.
Cinefacts.de

Seelen-Spezialist Gondry entführt mit dieser Komödie einmal mehr in die unglaubliche Welt des Unbewussten.
Berliner Morgenpost

Ein detailverliebtes Fest für die Augen, in dem sich Realität und Vision zunehmend überlappen.
Tagesspiegel

FILMKRITIK:

Sympathisch verwirrt landet der schüchterne Zeichner Stéphane (Gael Garcia Bernal) auf dem Planeten Paris. Aus Mexiko lockte ihn nach dem Tod des Vaters ein von der Mutter arrangierter Job, der sich als stupide Praktikanten-Tretmühle erweist. Doch Stéphane ist behütet durch seine Inka-Mütze und flüchtet sich – nicht nur nachts – in niedliche Träumereien. Er inszeniert in seinem Unterbewussten mit Pappkarton-Kulissen "Stéphane TV", eine Art "Being Stéphane", fantasiert sich aztekische Pyramiden nach Paris oder philosophiert mit "Aristurtle", einer klugen Schildkröte. Gegen einige, durchaus verständliche Widerstände realisiert er – ganz real – statt der Porno-Aufhänger seinen makabren Katastrophen-Kalender.

Als die reizende Nachbarin Stéphanie (Charlotte Gainsbourg) leise Interesse zeigt, aber den schönen Schüchternen erst mal mit der Freundin verkuppeln will, verliert sich Stéphane völlig zwischen einem romantischen Paris und seinen Traumwelten. Die Träume von Stéphane und Stéphanie verschränken sich mit der Realität und miteinander. Da weiß ein berauscht Verliebter nicht, ob er den Liebesbrief wirklich halbnackt wieder unter der Tür der Verehrten herausgefischt hat. Zwischendurch erfindet er eine 1-Sekunde-Zeitmaschine! Wieso ist da vorher noch keiner drauf gekommen?

Von Michel Gondry darf man überbordende Fantasie erwarten, besonders wenn sein Alter Ego ein seelenverwandter kreativer Geist ist. Doch "Science of Sleep" ist anders, verspielter als Gondrys frühere Regiearbeiten "Human Nature" und "Vergiss mein nicht!". Denn diesmal war Charlie Kaufman ("Adaption") nicht als Drehbuchautor dabei, was für eine leichtere verspielte Stimmung sorgt. Und endloses Vergnügen! Die Freuden-Skala dieser traumhaften romantischen Komödie reicht von tiefem Seelen-Schmunzeln bis zum herzlich lauten Lachen. Mal skurril wie "I love Huckabees", mal sanft wie ein Truffaut-Film. Dabei baut der Regisseur trendsettender Music-Videos Gondry (für White Stripes oder Massive Attack) ganz und sehr sympathisch auf altmodische Animationen wie dereinst in tschechoslowakischen Trickfilmen – im Gegensatz zum volldigitalen "Vergiss mein nicht". Der Film übernimmt so den Stil seiner Protagonisten. Und vereint sich kongenial mit dem verschmitzten (Gael Garcia Bernal) oder spröden (Charlotte Gainsbourg) Charme seine Darsteller. Nach den Kopffilmen mit Kaufman also diesmal ein Augenschmaus, ein Seelenspaß und ein herzlich traumhafter Film, an dem selbst die härtesten Mainstream-Schwimmer Vergnügen finden werden.

Günter H. Jekubzik