Dave Chapelle’s Block Party

Im September 2004 schmiss der afro-amerikanische Comedian Dave Chappelle ein Straßenfest inmitten von Brooklyn. Der Eintritt war frei, so dass tausende New Yorker gratis dabei sein durften bei der Kombination aus Comedy-Show und Auftritten von Kanye West, The Fugees, Erikah Badu, Talib Kweli u. a. Der Franzose Michel Gondry begleitete das Projekt von Anfang an und drehte einen stimmungsvollen Partyfilm.

Webseite: www.chappellesblockparty.com

USA 2005
Regie: Michel Gondry
Darsteller: Dave Chappelle, Kanye West, Mos Def, Talib Kweli, Erikah Badu, Jill Scott, The Fugees, The Roots
103 Minuten
Verleih: Kinowelt
Kinostart: 3. August 2005

PRESSESTIMMEN:

Eine authentische und mitreißende Konzertdokumentation von Dave Chapelles HipHop-Festival in New York.
Der Spiegel

Der MTV-Komiker Dave Chappelle führt als eine Art Conferencier durch die Aufzeichnung eines HipHop-Konzerts auf einer Straße in Brooklyn, wobei er ebenfalls Alltagszenen aus New York und Ohio vorstellt. Neben der stets mitreißenden Musik überzeugt der Film durch seine vermeintliche Leichtigkeit und Spontaneität, was ihn aus dem Gros gängiger Konzertfilme heraushebt.
film-dienst

Pressestimmen auf film-zeit.de hier…

FILMKRITIK:

Wer sich einmal umhört, um nachzufragen wer gegenwärtige afro-amerikanische Comedians kennt, bekommt vielleicht ein paar Namen zu hören: Chris Rock (der im vorletzten Jahr die Oscar-Verleihung moderierte), eventuell Chris Tucker (der in „Rush Hour“ ein paar Witze auf Kosten von Jackie Chan machte) oder vielleicht Eddie Murphy (der seinen Zenit schon lange überschritten hat).

Aber kennt jemand Dave Chappelle? Noch nie gehört? Kein Witz: Dave Chappelle ist der beliebteste Schwarze in den USA. Sein Markenzeichen ist die übertriebene Darstellung von Hautfarben-spezifischen Klischees, in der Schwarze per se Crack rauchende Drogendealer und Weiße langweilige und spießige Bush-Wähler sind. Seit kurzer Zeit ist seine Stand-Up-Comedy „Chappelle’s Show“ auch im deutschen Fernsehen bei MTV zu sehen, in der regelmäßig formidable HipHop-Acts wie The Roots oder Busta Rhymes auftreten. Und da sich Dave Chappelle in den letzten Jahren mit so manchen HipHop-Größen angefreundet hat, beschloss er, eine Blockparty – ein Kiezfest – zu schmeißen, inmitten von Brooklyn, ohne jegliche Unterstützung von Sponsoren oder kommerziellen Interessensgruppen. Der genaue Ort blieb geheim, genau wie das Line-Up, sogar Eintrittskarten sollte es nicht geben, denn an der Block Party sollte jeder teilnehmen, der gerade die Straße entlang geht.

Überraschenderweise hat nun nicht die afro-amerikanische Ikone und New Yorker Regielegende Spike Lee das HipHop-Fest filmisch begleitet, sondern der Franzose Michel Gondry, was insofern aber doch nicht überraschend ist, da er in der Vergangenheit neben seinen Spielfilmen („Vergiss mein nicht“) vor allem Videoclips realisierte, u. a. für so gescheite Größen wie Daft Punk, Björk, Beck, Kylie Minogue oder die Chemical Brothers. Der Mann kennt sich also aus mit Musik im Film. Und siehe da: „Dave Chappelle’s Block Party“ ist kein reiner HipHop-Konzertfilm geworden, sondern viel mehr eine fundierte Milieustudie über das Leben und die Menschen in Brooklyn.

Neben den Auftritten von Kanye West, The Fugees, Talib Kweli, Erikah Badu, Jill Scott, Mos Def und The Roots begleiten Gondrys Kameras den Gastgeber Chappelle auf Schritt und Tritt, zum Beispiel wenn er Kindergärten besucht, mit Leuten auf der Straßen von Brooklyn ein kleines Schwätzchen hält oder gar in seiner Heimatstadt Dayton, im Bundesstaat Ohio, eine Hand voll der so genannten „Golden Tickets“ unter die Leute bringt, die am Block-Party-Day Zugang zum Backstage-Bereich verschaffen.

Die ganz große Stärke des Films ist sein ununterbrochener Vibe, die Synthese aus erstklassiger Comedy und sehr guter HipHop-Musik, daher fühlen sich die Zuschauer im Sinne des Entertainment nicht nur bestens unterhalten, sondern wie inmitten einer ganz vorzüglichen Party, auf der genau die richtige Stimmung aus Sich-Kaputt-Lachen und Tanzen vorherrscht. Ein Film, der gefeiert werden will.

David Siems