The Piano Tuner

Hollywood-Ikone trifft auf DiCaprio-Nachfolger, was soll da noch schiefgehen? Mit 88 Jahren und sieben Oscar-Nominierungen auf dem Buckel muss Dustin Hoffman sich nichts mehr beweisen, das Schauspiel-Chamäleon gilt als Ikone des Indie-Kinos. Hier gibt er den angeschlagenen Harry, der mit seinem Schützling Niki alte Pianos auf Vordermann bringt. Den jungen Musiker mit Geräuschüberempfindlichkeit und leicht krimineller Energie spielt Leo Woodall. „The new DiCaprio“, schwärmte der Guardian, „The next Bond“, spekulierte Tatler. Mit seiner „Nawalny“-Doku holte Daniel Rohrer einen Oscar, sein Spielfilmdebüt kann sich gleichfalls sehen lassen. Eine clever inszenierte, warmherzig amüsante Krimi-Lovestory mit exzellenter Besetzung.

 

Über den Film

Originaltitel

Tuner

Deutscher Titel

The Piano Tuner

Produktionsland

CAN,USA

Filmdauer

108 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Sellar, JoAnne / Yacoub, Lila / Schwarzman, Teddy

Regisseur

Roher, Daniel

Verleih

DCM Film Distribution GmbH

Starttermin

02.07.2026

 

Als ungleiches Paar tingeln Niki (Leo Woodall) und sein Mentor Harry (Dustin Hoffman) als Klavierstimmer durch New York. Die Geschäfte laufen mehr schlecht als recht, da wird auch schon mal eine Klo-Reparatur für ein paar Dollar mehr angenommen. Die Karriere als Pianist musste der talentierte Niki wegen Geräuschüberempfindlichkeit an den Nagel hängen. Sein absolutes Gehör lässt sich freilich gewinnbringend einsetzen: Niki erkennt am Klicken der Rädchen eines Tresors die richtige Kombination des Schlosses. Durch Zufall trifft er auf einen Ganoven, der dieses einzigartige Talent für seine Raubzüge gerne einsetzen will und ihm dafür ein unmoralisches Angebot macht. Als die Krankenhausrechnungen für Harry für enorme Schuldenberge sorgen, bleibt seinem Schützling keine andere Wahl, als den Pakt mit dem Teufel zu schließen.

 

Zunächst laufen die Panzerknacker-Geschäfte wie am Schnürchen. Niki kann nicht nur Harrys Schulden bezahlen, er hat sogar plötzlich Geld, seiner neuen Freundin Ruthie (Havana Rose Liu) ein schickes Geschenk zu machen. Dann freilich kommt es bei einem Einbruch zum folgenreichen Zwischenfall. Auch die Liebe des jungen Pärchens steht überraschend völlig auf der Kippe.

 

Mit seiner „Nawalny“-Doku holte Daniel Rohrer 2023 einen Oscar, das Spielfilmdebüt des Kanadiers kann sich nun gleichfalls sehen lassen. Die Story, ebenfalls von Rohrer, bietet mit absolutem Gehör, Heists und Lovestory gelungene Zutaten, die raffiniert zu einem Thriller-Menü zubereitet werden, bei dem das Soundkonzept regelmäßig mit Wow-Effekten punkten kann. Das Figurenkarussell ist bestens besetzt mit Sympathieträgern: Selbst die Ganoven versprühen Empathiepotenzial und sorgen für reichlich Situationskomik.

 

Für Dustin Hoffman ist die schrullige Nummer ein gefundenes Fressen, an dem er sichtlich Spaß hat. Sein junger Partner, der 29-jährige Brite Leo Woodall, der mit „The White Lotus“ den Durchbruch erlebte und zuletzt in „Nürnberg“ zu erleben war, gibt den Helden in Moral- und Liebesnöten mit charismatischem Charme und großer Lässigkeit. Ob er als nächster 007-Mime gekürt werden wird, steht in den Sternen. Als Nachfolger seines Namensvetters mit deutschen Wurzeln hat der gutaussehende Leo aus Essex allemal beste Herzensbrecher-Chancen.        

 

Dieter Oßwald

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