Tinkerbell und die Piratenfee

In ihrem neuesten Abenteuer hat es die Fee Tinkerbell mit Piraten zu tun, was die Animationsreihe noch näher in die Welt von Peter Pan und Captain Hook führt. Zwar steht das Abenteuer im Mittelpunkt, das bildgewaltig und phantasievoll erzählt ist, vor allem aber geht es in "Tinkerbell und die Piratenfee" um das Miteinander von Freundinnen, um Selbsterkenntnis und Zusammenhalt.

Webseite: www.disney.de

OT: The Pirate Fairy
USA 2013 – Animationsfilm
Regie: Peggy Holmes
Buch: Jeffrey M. Howard & Kate Kondell
Länge: 78 Minuten
Verleih: Disney
Kinostart: 12.Juni 2014

FILMKRITIK:

Im Feenland ist die Welt in Ordnung, man singt und tanzt und freut sich des Lebens, nur die junge Fee Zarina sinnt nach Neuem: Als Feenglanzfee ist sie mitverantwortlich für die Produktion des lebensnotwendigen Feenglanz, der in einer aufwändigen Produktion hergestellt wird. Erst dieser goldglänzende Staub ermöglicht es den Feen, auf ihre Flügel gestreut, zu fliegen. Zarina jedoch will mehr und so experimentiert sie in ihrer Freizeit gern herum, mischt Blätter und Erde und Feenstaub zu immer neuen Formeln, doch es will nicht so recht klappen. Erst als sie ein Körnchen hochaktiven blauen Feenstaub findet, gelingen ihr wunderbare Dinge – Die allerdings schnell zum Chaos führen. Zarina wird ihres Amtes enthoben und verlässt enttäuscht und einsam das Feenreich.

Ein Jahr später bedroht eine wilde Piratenbraut das Feenland und stiehlt den lebensnotwendigen blauen Feenstaub. Tinkerbell und ihre Freundinnen machen sich auf die Jagd und müssen schnell feststellen, dass sich hinter der Piratin keine andere als Zarina verbirgt. Die ist inzwischen Kapitänin auf einem Piratenschiff und hat ihrer Mannschaft versprochen, mit Hilfe des Feenstaubes fliegen zu können und unbesiegbar zu werden. Besonders ihren Offizier John reizt diese Aussicht und so merkt Zarina nicht, dass er ein doppeltes Spiel spielt.

Immer näher an die Welt von Peter Pan und Captain Hook (Vorname John) nähern sich die Abenteuer der Fee Tinkerbell in ihrem dritten eigenen Film an. Unverkennbar ist auch "Tinkerbell und die Piratenfee" ein Film aus dem Hause Disney, dass mit diversen Songs (in der deutschen Synchronfassung teilweise von Yvonne Catterfeld gesungen) aufwartet und dazu viel bunte, sonnendurchflutete Bilder zeigt. Besonders das Feenland und die Produktionsstätte des Feenstaubs glitzern in allen Farben.

Bei allem visuellen Aufwand behält die Geschichte jedoch ihre Bodenhaftung und bleibt im Gegensatz zu größeren Animationsfilmen dadurch auch sehr sympathisch. Die sechs Feen um Tinkerbell (unter denen sich inzwischen sogar eine dunkelhäutige und eine asiatisch wirkende Figur befinden) besitzen keine übernatürlichen Gaben, sondern müssen sich ganz auf ihr Geschick verlassen. Vor allem aber vergessen sie nie, dass die abtrünnige Zafira im Herzen doch eine der ihren ist.

Bei allem Abenteuern auf dem Piratenschiff und der Totenkopfinsel (auch diese ein Verweis auf die Abenteuer Peter Pans), bleibt "Tinkerbell und die Piratenfee" dadurch angenehm klein, verlässt sich mehr auf seine sympathischen Figuren als auf aufgeblasene Bilder und erzählt in bester Disney-Manier von Freundschaft und Zusammenhalt. Das mag zwar ein wenig kitschig und rührselig sein, schön anzusehen ist es allemal.
 
Michael Meyns