TKKG – Das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Maschine

Bald haben sie das Kinderbuch-Regal einmal durch: Die Produzenten Uschi Reich und Peter Zenk hieven jetzt nach „Bibi Blocksberg“, „Das fliegende Klassenzimmer“ und „Die wilden Hühner“ (Teil 2 wird just gedreht) ihren ersten TKKG-Kinofilm auf die Leinwand. TKKG – das steht für die Anfangsbuchstaben der jungen Hobby-Detektive: Tim, Karl, Klößchen und Gaby, könnte aber auch ein Kürzel sein für: Taffe Kinder-Krimi-Geschichte.

Webseite: www.tkkg.film.de

Deutschland 2006
Buch: Marco Petry und Burt Weinshanker nach Motiven von Stefan Wolf
Regie: Tomy Wigand
Mit : Jannis Niewöhner, Jonathan Dümcke, Lukas Eichhammer, Svea Bein, Hauke Diekamp, Jürgen Vogel, Ulrich Noethen

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

1979 haben Enid Blytons „Fünf Freunde“ Konkurrenz aus Deutschland bekommen: „TKKG“ wurde auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt, danach erschien die Detektiv-Reihe als Hörspiel, Comic, Computerspiel, Fernsehserie. Vor allem Jungs sind auf diese Phantasie abgefahren: Gemeinsam mit einer Bande auf Verbrecherjagd gehen und den Erwachsenen zeigen wo der Gangster langläuft – da steckt alles drin: Geborgenheit in der Clique, Triumph gegenüber der Erwachsenenwelt und Abenteuer.

Regisseur Tomy Wigand ist ein Mit-Kindern-Könner und er hat es drauf, Geschichten flott durch zu erzählen, was er schon  mit „Das fliegende Klassenzimmer“ bewies, seiner sehr charmanten Kästner-Adaption. Charmant ist nun eine Vokabel, die bei „TKKG“ nicht passt. Hier ist Action gefragt. Tim, Klößchen, Karl und Gaby müssen nach drei verschwundenen Schulkameraden suchen und geraten dabei in einen düsteren Wissenschaftler-Zirkel. Ohne Skrupel versuchen diese Computer-Freaks das menschliche Hirn zu manipulieren und benutzen dabei Kinder als Versuchskaninchen. Die vier Kids müssen also gemeingefährliche Verbrecher überlisten und sich zudem noch mit einem älteren Schulfreund anlegen, den die Wissenschaftler vom rechten Weg abgebracht haben.

Klingt glatt nach Zutaten für einen Erwachsenen-Thriller: Experimente am Menschen, wissenschaftlicher Größenwahn, eine überforderte Polizei und die Helden, die es schließlich richten müssen. Der Film nimmt seine Kriminalgeschichte sehr ernst: Ein ausgeklügelter Plot, den Tomy Wigand nach strengen Action-Gesetzen inszeniert – nur, dass er Härtegrad und Schnittgeschwindigkeit so drosselt, dass Zuschauer ab etwa 11 Jahren folgen können. „TKKG“ ist der actionreichste, taffste Kinderfilm, der in Deutschland bisher gedreht wurde. Vom Tempo her könnte man ihn mit „Die Wilden Kerle 3“ vergleichen, stilistisch aber verhalten die beiden sich zueinander wie die Musik von „Bon Jovi“ zu der von den „White Stripes“. Während die „Wilden Kerle“ bunt dahertoben und Anarcho-Charme versprühen, wirkt „TKKG“ etwas spießig und hausbacken.  

Die Helden sind ernsthaft wie kleine Erwachsene. Gabi und Tim wirken nicht wie verliebte Teenager, sondern wie ein altes Ehepaar. Einzig Klößchen, der Schokoladen-Nerd und sein wunderbar verschraubter Chauffeur Georg (köstlich: Heinrich Schafmeister) lockern die allzu steife Atmosphäre etwas auf.

Nun standen aber die TKKG-Geschichten nie im Ruf, besonders progressiv zu sein, insofern orientiert sich der Film schlicht an der Vorlage. Ein bisschen mehr Subversivität wäre allerdings nicht schlecht gewesen. Funktionieren wird „TKKG“ im Kino aber garantiert – als spannende Action-Unterhaltung für Kids.

Sandra Vogell