Der neue Horrorfilm „Whistle“ nutzt eine Todespfeife der Maya als Ausgangslage. Es ist eine Pfeife in Form eines Totenkopfs, die beim Hineinpusten ein markerschütterndes Geräusch macht. Es soll einem Todesschrei ähneln. Für den Film ist es im Grunde egal, ob es eine Pfeife oder sonst ein Gegenstand ist, sie dient nur als Katalysator für die altbekannte, aber solide gestaltete Geschichte.
Über den Film
Originaltitel
Whistle
Deutscher Titel
Whistle
Produktionsland
CAN,IRE
Filmdauer
100 min
Produktionsjahr
2026
Regisseur
Hardy, Corin
Verleih
Leonine Distribution GmbH
Starttermin
07.05.2026
Chris ist neu an der Schule. In ihrem Spind findet sie eine Todespfeife, die ihre neue Freundin Grace bei einer kleinen Pool-Party auch gleich benutzt. Das Problem: Wer die Pfeife hört, hinter dem ist der eigene Tod her, und zwar mit der Todesart, die eigentlich vorgesehen war. Das erfahren die Freunde aber erst später. Bis dahin gibt es in der Kleinstadt schon ein paar Tote zu verbuchen. Und nicht jeder der Freunde glaubt wirklich an den Fluch der Todespfeife …
Mit Sophie Nélisse („Yellowjackets“), Dafne Keen („Deadpool & Wolverine“) und Nick Frost („Shaun of the Dead“) ist der Film gut besetzt. Es ist die alte Formel: Ein älterer Star in einer kleinen Nebenrolle, ein paar heiße Jungstars in den Hauptrollen, und das alles in einem teen-affinen Horrorfilm. So etwas funktioniert meistens, gut möglich, dass es auch hier der Fall sein wird. Denn obwohl der Film nichts wirklich Originelles an sich hat und im Grunde an „Final Destination“ erinnert, nur dass der Tod halt keine elaborierten Pläne ausheckt, um seine Ernte einzufahren, ist er recht ordentlich umgesetzt. Er funktioniert für das, was er sein kann, und macht auch niemals Anstalten, mehr als das sein zu wollen.
Punkten kann „Whistle“ mit den Todesarten, denn die sind erstaunlich blutig, was den Film dann tatsächlich über das Gros ähnlich gelagerter Streifen erhöht. Derartige Effekte sieht man im Teenie-Horrorfilm nicht gar so oft. Als Zuschauer ist einem aber reichlich egal, wen es als nächstes erwischt, weil die Figuren allesamt unterentwickelt sind. Nur die wenigsten erhalten überhaupt so etwas wie eine Charakterisierung, wobei die dann in erster Linie auf Klischees setzt. Das gilt sogar für die Pfeife selbst: Es gibt keinen Hintergrund, keine Geschichte darüber, wie sie überhaupt in die Schule kam und praktisch von Spind zu Spind wechselt, wenn mal wieder ein Schwung Leute tot sind.
Es sollte schon einen Grund geben, wieso nicht das Benutzen der Pfeife, sondern das Hören des Pfeiftons den Tod auf den Plan ruft. Krass gesagt, könnte man damit auch in ein vollbesetztes Kino gehen und alle verfluchen. Wieso das aber so ist? Bleibt ein Geheimnis des Films und des von vorne bis hinten unterentwickelten Drehbuchs. Kann man damit leben, ist der Film passabel und punktet mit zwei krassen Todesszenen.
Peter Osteried







