Dem Originaltitel vertraute das Studio Universal wohl nicht genug, darum wird hierzulande aus „You, Me & Tuscany“ einfach „You, Me & Italy“. Warum da nicht gleich auf einen deutschen Titel gesetzt wird, der die Toskana erhält? Ein Geheimnis des Verleihs. So uninspiriert wie der deutsche Titel ist, ist allerdings auch der Film, der sich ein paar Grundelemente von „Während du schliefst“ ausleiht.
Über den Film
Originaltitel
You, Me & Tuscany
Deutscher Titel
You, Me & Italy
Produktionsland
USA,ITL
Filmdauer
105 min
Produktionsjahr
2026
Produzent
Will Packer, Johanna Byer
Regisseur
Kat Coiro
Verleih
Universal Pictures International Germany GmbH
Starttermin
06.08.2026
Anna träumte immer davon, mit ihrer Mutter in die Toskana zu reisen. Sie wollten sich für ein eigenes Lokal inspirieren lassen, aber dann starb ihre Mutter, Anna konnte ihre Koch-Ausbildung nicht beenden und steht vor dem Scherbenhaufen ihres jungen Lebens. Da lernt sie Matteo flüchtig kennen, der sie ermutigt, in die Toskana zu reisen. Dort angekommen, merkt sie aber bald, dass keine Hotels mehr frei sind. Aber hatte Matteo nicht gesagt, dass ihm seine Eltern eine Villa geschenkt haben, die er nicht nutzt, weil er schon lange keinen Kontakt mehr zu ihnen hält? Also nistet sich Anna dort ein, wird jedoch von Matteos Familie entdeckt. Aber alles halb so wild, man hält sie für Matteos Verlobte.
Originell ist das Ganze nicht, eher schon eine typische Wohlfühl-Romcom, die vor allem auch von den Locations lebt. Die Landschaften und Häuser der Toskana werden in wunderbares Licht getaucht. Hier kommt Urlaubsfeeling auf, während man der Geschichte nur halbherzig folgt. Denn zur Wahrheit dieser von Kat Coiro („Marry Me“) inszenierte Film wagt nie etwas, sondern erzählt seine Geschichte so vorhersehbar, wie es nur geht.
Schöne Menschen – Halle Bailey und Regé-Jean Page – sollen es richten, und ja, die Chemie zwischen den beiden ist schon vorhanden. Nur ist halt alles so, wie es immer ist. Ist es eigentlich ein Naturgesetz, dass man bei Romcoms keinerlei Neuerungen einführen darf? Sind Variationen eines bestimmten Themas verpönt? Ist es nicht möglich, Herz und Gefühl anzusprechen, ohne auch noch das letzte Klischee zu bedienen, das sich finden lässt?
Wahrscheinlich nicht, so muss man es zumindest in den Chefetagen der großen Studios sehen. Entsprechend ist „You, Me & Italy“ ein netter, hübsch gemachter, manchmal minimal witziger Film über die Liebe, die nicht da zu finden ist, wo alle dachten. Denn dass am Ende nicht Matteo, der eh von nichts weiß, sondern sein Cousin der weit größere Love-Interest für die ehemalige Disney-Prinzessin ist, wird nun auch kaum jemanden überraschen.
Was dem Film aber gelingt: Er macht Lust, die Toskana zu erkunden, egal, ob man nun schon dort war, oder von diesem Film erst dazu inspiriert wird.
Peter Osteried







