Chéri, ich komme! – Die Erfindung der Lust.

Reem Khericis Komödie mit den beiden Stars Alexandra Lamy („Die Camino-Therapie“) und François Cluzet (vermutlich unvergesslich durch „Ziemlich beste Freunde“) erzählt leichtfüßig, mit französischer Eleganz und erstaunlich viel Herzenswärme von einem Thema, das noch immer sehr selten offen verhandelt wird – die weibliche Lust – und macht daraus eine charmante und vor allem sehr humorvolle Beziehungskomödie.

 

 

Über den Film

Originaltitel

Pour le plaisir

Deutscher Titel

Chéri, ich komme! – Die Erfindung der Lust.

Produktionsland

FRA

Filmdauer

90 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

Philippe Rousselet, Elsa Leeb, David Solal

Regisseur

Reem Kherici

Verleih

Neue Visionen Filmverleih GmbH

Starttermin

23.07.2026

 

Fanny liebt ihren Mann Tom, und sie ist seit vielen Jahren glücklich mit ihm verheiratet. Leider hat Fanny aber ein Problem, das mit den Jahren immer größer geworden ist. Erst bei einer Therapeutin spricht sie aus, was sie selbst ihrem Mann Tom nie erzählt hat: Sie hatte noch nie einen Orgasmus. Was als peinliches Geständnis beginnt, entwickelt sich zu einer gemeinsamen Reise zweier Menschen, die einander nicht verloren haben – und auch nicht verlieren wollen –, sondern neu entdecken. Er bastelt, sie testet. Und Toms Erfindergeist führt schließlich zu einer Idee, die ‚inspiriert von wahren Begebenheiten‘ schließlich in die Entwicklung des mittlerweile allseits bekannten Womanizers mündet.

Die eigentliche Stärke des Films liegt gar nicht mal in der eigentlich schon ziemlich originellen Ausgangsidee, sondern in der Beziehung seiner Hauptfiguren und damit im Zusammenspiel der beiden Stars. Alexandra Lamy und François Cluzet harmonieren außergewöhnlich gut. Zwischen ihnen stimmt nicht nur die Chemie, sondern auch das Timing, der Humor, die kleinen Blicke und Gesten – kurz: ihre erstmalige gemeinsame Leinwandpräsenz ist eine wahre Wonne. Da fliegen die Gags hin und her, dass es manchmal prickelt und ab und an sogar slapstickmäßig knallt. So wenn Tom mit Fanny im Jeep über den kopfsteingepflasterten Marktplatz einer Kleinstadt brettert, um einen Vibrationsorgasmus bei Fanny zu provozieren. Das ist dann auch ein bisschen albern, aber gerade das wirkt liebenswert. Beide Stars nehmen ihre Figuren ernst, sie spielen miteinander im wahrsten Sinne des Wortes. François Cluzets jungenhaftes Grinsen und Alexandra Lamys lässige Eleganz passen jedenfalls bestens zu einem Plot, in dem es um einen einstmals erfolgreichen Erfinder und seine selbstbewusste Ehefrau geht. 

Die gewiefte Komödienautorin und Schauspielerin Reem Kherici, die hier zum vierten Mal Regie führt, weiß, wie man Komik aufbaut und damit spielt. Sie inszeniert mit leichter Hand, ohne das Thema zu banalisieren. Aus kleinen Missgeschicken, beharrlichen Experimenten und liebevoll bis spitzfindigen Dialogen entwickelt sie eine Komödie, die nicht nur vom Suchen und Finden des Höhepunkts, sondern auch von der Liebe zwischen zwei Menschen handelt. Dabei gelingt ihr der seltene Balanceakt, Sexualität offen anzusprechen, ohne voyeuristisch oder vulgär zu werden. Eine ziemlich erotische Liebesszene gehört ebenfalls dazu, in der Nähe statt Nacktheit im Mittelpunkt steht.

Natürlich sind manche Wendungen vorhersehbar, einige Nebenfiguren – so wie Toms Freund Pierre – bleiben eher funktional, und nicht jeder Gag sitzt punktgenau. Doch das schmälert den Gesamteindruck kaum. Dies ist eine Komödie, die ein bisschen frivol, immer geschmackvoll und erfreulich unverklemmt ist. Sie verbindet Humor und Empathie mit einer liebenswerten Handlung und beweist, dass über Sexualität ebenso intelligent wie unterhaltsam erzählt werden kann. Doch eines ist dabei ganz klar: Alexandra Lamy und François Cluzet tragen diesen Film. Die beiden in diesem Film gemeinsam zu sehen, ist allein schon das Eintrittsgeld wert!

 

 

Gaby Sikorski

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