Es ist gerade en vogue, liebgewonnene Klassiker (oder Filme, die zumindest alt sind und eine Fanbasis haben) fortzusetzen. Hollywood hat das Spiel mit der Nostalgie für sich entdeckt, insbesondere mit Stoffen, die die Millennials an ihre gute alte Zeit denken lassen. Da ist es nur logisch, dass auch „Der Teufel trägt Prada“ eine Fortsetzung erhält. Vor 20 Jahren ging es darum, dass eine junge Journalistin als Assistentin der durchaus fiesen Chefredakteurin Miranda erste Gehversuche im Business startete und sich langsam freistrampelte. Zwei Jahrzehnte später schließt sich der Kreis.
Über den Film
Originaltitel
The Devil Wears Prada 2
Deutscher Titel
Der Teufel trägt Prada 2
Produktionsland
US
Filmdauer
120 min
Produktionsjahr
2026
Produzent
Wendy Finerman, Karen Rosenfelt
Regisseur
Frankel, David
Verleih
The Walt Disney Company (Germany) GmbH
Starttermin
30.04.2026
Andi Sacks hat gerade einen Preis für einen Artikel bekommen, als sie per SMS erfährt, dass ihre Kollegen, aber auch sie entlassen sind. Darüber macht sie sich in ihrer Rede Luft, was wiederum die Aufmerksamkeit des Eigentümers des Magazins Runway erregt. Denn Runway, das Modemagazin, für das Andi einst als Assistentin der fiesen Chefredakteurin tätig war, hat gerade einen Skandal erlebt, weswegen journalistische Integrität nottut. Aber Miranda ist gar nicht froh über die Rückkehr ihrer alten Assistentin. Als wäre das noch nicht genug, steht schon bald mehr auf dem Spiel: das Überleben des Magazins an sich.
Vor und hinter der Kamera versammeln sich fast alle, die auch 2006 schon dabei waren – nur für das Drehbuch fand sich ein Neuzugang. Ansonsten: alles beim Alten. Das ist in gewisser Weise heimelig, weil der Film auch gar nicht erst versucht, über das hinauszugehen, was sein Vorgänger war. Im Gegenteil, er variiert nur, was bekannt ist, auch wenn das mitunter ein paar Verrenkungen benötigt, weil die von Anne Hathaway gespielte Andi hier halt nicht mehr die Anfängerin, sondern die preisgekrönte Journalistin ist. Schon im ersten Teil war es eher sanfter Humor, der dominierte, und auch hier sind nicht die großen Lacher dabei. Die kleinen aber schon. Und nicht nur die.
Sogar ein klein wenig Weiterentwicklung gibt es, am augenfälligsten bei Stanley Tuccis Rolle, aber im Grunde wird das erst am Ende erkennbar. Miranda hat sich aber geändert – ein bisschen, möchte man sagen. Weil die Zeiten sich geändert haben und man seine Assistenten nicht mehr wie den letzten Dreck behandeln kann. Nur wie ein bisschen Dreck halt, das muss schon sein.
Neben den bekannten Gesichtern von Hathaway, Tucci, Emily Blunt und natürlich Meryl Streep sind mit Lucy Liu und Kenneth Branagh auch zwei neue dabei. Liu hat zwei Szenen, die kaum der Rede wert sind, Branagh mehr, wirkt aber dennoch eher wie Staffage. Seine Rolle gibt gar nichts her. Was ihn daran reizte? Eine gute Frage.
Die Geschichte ist – natürlich – einigermaßen vorhersehbar, aber sympathisch in ihrer Einfachheit. Der Film hüllt das Publikum in einen Mantel der Nostalgie, warm und kuschelig, einfach schön. „Der Teufel trägt Prada 2“ ist das filmische Äquivalent zu Wohlfühlessen. Man ist vielleicht nicht hungrig, aber es schmeckt.
Peter Osteried







