Nach intensiven Gesprächen in Brüssel in der vergangenen Woche hat die CICAE – die Internationale Konföderation der Arthousekinos – eine klare Forderung an die europäischen Wettbewerbsbehörden gerichtet: Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance muss entweder blockiert oder an strenge, rechtlich verbindliche Auflagen geknüpft werden.
CICAE-Präsident Dr. Christian Bräuer warnt, dass der Zusammenschluss die Filmbranche fundamental umgestalten würde und eine existenzielle Bedrohung für Arthousekinos in ganz Europa darstelle. Ein Wegfall von Kinos bedeute nicht nur weniger Sichtbarkeit für europäische Filme – es verschwänden damit auch wichtige gesellschaftliche Orte, insbesondere in ländlichen Räumen und Stadtteilen, wo Kinos häufig zu den letzten verbliebenen Gemeinschaftsräumen zählen.
Konkret befürchtet CICAE durch den Zusammenschluss: weniger Filmproduktionen, eine weitere Erosion der Kinoauswertungsfenster sowie eine weitere Verschlechterung der Vertragsbedingungen für Kinobetreiber. Besonders ins Gewicht fällt die Rolle von Warner Bros. als wichtigem Förderer lokaler Filmproduktionen in Deutschland, Frankreich, Polen und Spanien – eine Funktion, die kein anderes Studio in vergleichbarem Umfang übernimmt.
Paramount hat öffentlich eine Mindestanzahl von 30 Kinostarts pro Jahr sowie ein 45-tägiges Exklusivfenster zugesichert. CICAE zeigt sich skeptisch, ob solche Versprechen ohne belastbaren rechtlichen Rahmen Bestand haben werden – und verweist auf die Geschichte gescheiterter Fusionszusagen.
CICAE fordert daher verbindliche Auflagen: eine garantierte Mindestzahl an Kinostarts mit definierten Produktions- und Marketingbudgets, den Erhalt bedeutsamer Auswertungsfenster, den Zugang zu Katalog- und Repertoiretiteln sowie die Fortsetzung nationaler Produktionsverpflichtungen in europäischen Märkten.
Die vollständige Pressemitteilung von CICAE vom 28. April 2026 ist hier zu lesen.
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Foto: Chris Brown (zoonabar), Wikimedia Commons, lizenziert unter CC BY 2.0.






