Future Council

In seinen Dokumentarfilmen schreckt Damon Gameau vor schwierigen Themen nicht zurück. Er befasste sich mit dem negativen Effekt von Zucker und erschuf in „2040“ eine Vision für die Zukunft seiner Tochter, mit Techniken, die heute schon erhältlich sind. Gameau macht sich Gedanken über die Zukunft, und das ist auch der Kern von „Future Council – Komm an Bord“.

 

Über den Film

Originaltitel

Future Council

Deutscher Titel

Future Council

Produktionsland

NDL, AUT

Filmdauer

81 min

Produktionsjahr

2025

Produzent

Anna Kaplan, Quintin Baker, Damon Gameau

Regisseur

Damon Gameau

Verleih

FILMPERLEN

Starttermin

04.06.2026

 

Damon Gameau liebt die Natur, er verbringt dort gerne Zeit und er macht sich Gedanken darüber, wie der menschliche Raubbau sie immer mehr aushöhlt. Dabei fiel ihm auf, dass es vor allem die Jugend ist, die es so sieht wie er. Darum suchte er acht Kinder aus – von über 1000 Bewerbern –, um mit ihnen in einem gelben Schulbus herumzufahren. Zusammen suchen Sie CEOs und einflussreiche Industrielle auf, um mit ihnen über die Zukunft zu sprechen. Sie fordern sie heraus, indem sie sich Gedanken darüber machen sollen, was ihr Vermächtnis für die nachfolgenden Generationen sein wird. Die Idee ist ein „Future Council“, bei dem auch Kinder zu Wort kommen, da sie es sein werden, die in der Zukunft leben müssen.

 

Der Film beginnt in einem Wald – die Kids sitzen im Kreis, während Damon Gameau sie vorstellt, dem Zuschauer ein Gefühl für ihre Passionen gibt und erklärt, was dieser Dokumentarfilm sein soll. Er soll zum Nachdenken anregen, beim Publikum, aber auch bei den Entscheidern, die den Kindern begegnen. Und doch hat man das Gefühl, dass beides nicht zusammengeht. Nach gut einer halben Stunde treffen die Kinder erstmals auf einen CEO – den Chef von Nestlé, das entsprechend viel Plastik für die Verpackungen benötigt. 

 

Hier ist der Konflikt erkennbar. Die einen wollen weg von allem Plastik, die Realität ist aber, dass sich viele Lebensmittel nicht in Papier oder biologisch abbaubarer Verpackung transportieren oder lagern lassen. Der Film bezieht hier Position, aber nicht unbedingt auf die ganz lautere Art und Weise, weil er so gestaltet ist, dass die Ausführungen des CEOs minimiert werden – teils wird der Ton ausgeblendet, um stattdessen Plastik am Strand zu zeigen.

 

Dabei ist sich jeder einig, dass es weniger Plastik geben sollte, aber die Frage ist doch: Ist das überhaupt in der Form machbar? Wo prallen Realität und Wunsch aufeinander und wie kann sich ein Weg in die Zukunft finden lassen, der beidem gerecht wird? Dass der Film tendenziös ist, zeigt sich auch an Groth, einer Kreation von Gameau, die dem Raubbau an der Welt ein Gesicht gibt und als Spezialeffekt eingesetzt ist. 

 

Das mag man „Future Council“ vorwerfen, aber letztlich hat der Film das Herz auf dem rechten Fleck. Er träumt von einer besseren Zukunft, ist aber unsicher, wie diese kommen könnte. Darüber zu reden – vor allem mit den Leuten, die etwas verändern können – ist zumindest ein Anfang. 

 

Peter Osteried

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