Oh wie schön ist Panama

Mit „Oh, wie schön ist Panama“ gelang dem beliebten Autoren Janosch ein Klassiker der Kinderbuchliteratur. Das große Abenteuer vom kleinen Tiger und dem kleinen Bären ist warmherzig, liebevoll und absolut zeitlos. Immerhin geht es um die Sehnsucht, in der Ferne das Glück zu finden und um die Erkenntnis, dass es zu Hause doch am schönsten ist. Der ersten Kinoverfilmung eines Janosch-Werks diente die Originalvorlage von 1978 als grobe Richtschnur. Tiger und Bär bekommen es darin mit neuen Freunden und tatsächlich weit entfernten Regionen zu tun. Dem Charme der Geschichte schaden die Ausschmückungen keineswegs. Zumal sich mit Til Schweiger, Dietmar Bär und Anke Engelke illustre Sprecher an der traditionellen Trickfilmproduktion beteiligten.

Webseite: www.panama-derfilm.de

Deutschland 2006
Regie: Martin Otevøel
Drehbuch: Kidscripts
Nach dem gleichnamigen Buch von Janosch
Sprecher: Til Schweiger, Dietmar Bär, Anke Engelke
Filmverleih: Warner
Länge: ca. 70 Minuten
Kinostart: 21.09.2006

PRESSESTIMMEN:

Trotz einiger inhaltlicher Änderungen, durch die die Abenteuerreise der liebenswürdigen Helden etwas "spektakulärer" wird, bleiben Optik und Charme des Originals gewahrt. Dank detailverliebter Bilder, einprägsamer Figuren und poetischer Musik ein stimmiges (Kinder-)Kinovergnügen. – Sehenswert ab 6.
film-dienst

FILMKRITIK:

In ihrem romantischen Häuschen am Fluss führen der kleine Tiger und der kleine Bär ein beschauliches Leben. Sie haben im Grunde alles was sie brauchen. Als der kleine Bär eines Tages eine herrlich duftende Bananenkiste mit der Aufschrift „Panama“ entdeckt, packt die beiden allerdings das Fernweh. Wenn es dort so toll riecht, dann muss es das Land ihrer Träume sein. Flugs schnappen sie sich daraufhin Angelrute, Kochtopf und Tigerente und begeben sich gemeinsam auf die Reise. Nur leider wissen sie gar nicht, wo Panama liegt. Trotzdem landen sie nach einer langen Odyssee in einem echten Bananenparadies.

 

Sich für die erste Kinoverfilmung eines Janosch-Werks ausgerechnet „Oh, wie schön ist Panama“ auszusuchen, ist sicherlich kein Zufall. Noch heute ist das 1978 veröffentlichte Kinderbuch der Bestseller unter den rund 300 Kreationen des sympathischen Exzentrikers. Das liegt nicht zuletzt an den beiden Helden, die ein bisschen eigensinnig, ein bisschen rebellisch, dabei aber durchgängig fürsorglich und sympathisch sind. Durch ihre Charakterzüge wurde das Buch in den 80er Jahren sogar zu einer Art Standardwerk der antiautoritären Erziehung. „Lass’ dir von niemandem etwas sagen. Lerne aus eigenen Erfahrungen!“, so die hineininterpretierte Aussage des Buches.

Die Kinoadaption von heute ist braver angelegt und eine recht freie Interpretation der Vorlage. Während in dem Buch verschiedene Botschaften kindgerecht zwischen den Zeilen versteckt sind, geht der Film plastischer und erklärender zu Werke. So landen Tiger und Bär zwischenzeitlich tatsächlich in einem Paradies voller Bananen, nur um zu realisieren, dass es dort weder saftige Felder noch leckere Pilze gibt. Daneben begegnen den munteren Gesellen viele neue Freunde sowie weitere Helden aus dem unerschöpflichen Janosch-Universum, etwa der knuddelige Schnuddel.

Sie alle begleiten unsere wackeren Freunde ein kleines Stück auf ihrer Reise, die sich auf der Leinwand als äußerst abenteuerlich entpuppt. Tiger und Bär wandern über steile Hügel, trampen mit der Eisenbahn, überqueren wackelige Hochbrücken und schippern mit einem knurrenden Kahn über das offene Meer. Damit das alles für das junge Publikum nicht zu unheimlich wird, sind die Dialoge behutsam ruhig und die Zeichnungen warm und weich. Die für Janosch so typische Strubbeloptik geht dabei zwar verloren, dafür bleibt der freundlich fröhliche Grundtenor jederzeit erhalten.

„Oh, wie schön ist Panama“ ist ein warmherzig liebevoller Kinderfilm, der uns alle um die Erkenntnis reicher macht, dass es zu Hause doch am schönsten ist. Rein stimmlich sorgen unter anderem Til Schweiger als Tiger, Dietmar Bär als eben dieser und Anke Engelke als Fisch für beste Familienunterhaltung. Und natürlich darf bei alldem die beliebte Tigerente nicht fehlen. Sie wird von den Wanderburschen stets im Schlepptau mitgeführt. Viel Vergnügen, lieber kleiner Bär und kleiner Tiger, auf der Reise ins wahre Land eurer Träume!

Oliver Zimmermann