Power Ballad – Der Song meines Lebens

John Carney ist ein Spezialist für Wohlfühlkino, das er mit der Liebe zur Musik verbindet – und häufig auch mit der zu Dublin. So spielte sein Film „Once“ 2006 in der irischen Hauptstadt und erzählte von Straßenmusikern. In „Sing Street“ gründete im Jahr 2016 ein Teenager eine Band in Dublin. „Can a Song Save Your Life“ spielte nicht in Irland, um die Musik ging es aber doch. Wie auch in „Power Ballad“, der auch den Kontrast zwischen gefühlter, gelebter Musik und der Kommerzialisierung eines Songs in den Fokus rückt. 

 

 

Über den Film

Originaltitel

Power Ballad

Deutscher Titel

Power Ballad – Der Song meines Lebens

Produktionsland

IRA,USA

Filmdauer

98 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

John Carney, Peter Cron, Robert Walpole, Rebecca O’Flanagan, Ant

Regisseur

John Carney

Verleih

Leonine Distribution GmbH

Starttermin

25.06.2026

 

Rick lebt seit 15 Jahren in Irland, hat hier eine Familie gegründet und ist der Sänger einer Hochzeitsband. Dabei hatte der Amerikaner früher mal größere Träume, aber er hat sich arrangiert. Bei einer Hochzeit lernt er Danny Wilson kennen, einen Star einer Boyband, der nun solo aktiv ist. Die beiden verstehen sich gut und jammen. Rick spielt ihm einen Song vor, den er vor vielen Jahren erschuf, der aber nie fertig wurde. Sechs Monate später hört Rick eben diesen Song in einem Kaufhaus. In Windeseile wird daraus ein weltweiter Hit, gesungen von Danny Wilson. Doch Rick hat Schwierigkeiten zu beweisen, dass er der Ko-Autor des Songs ist.

 

Lose scheint John Carney von der Kontroverse um Robbie Williams’ Song „Angels“ inspiriert gewesen zu sein. Der soll auf dem Mist eines irischen Songwriters gewachsen sein. Die Grundidee ist darüber hinaus natürlich nicht neu. Entsprechend vorhersehbar gestaltet sich auch „Power Ballad“. Man kann vom Moment des ersten Treffens von Rick und Danny (Jonas-Brothers-Sänger Nick Jonas ist hier perfekt besetzt) absehen, wie sich alles weitere entwickelt und dabei gibt es auch keinerlei Überraschungen. Höchstens ist überraschend, wie leicht es Rick und seinem Sidekick Sandy (wundervoll gespielt von Ko-Autor Peter McDonald) fällt, an Danny Wilson heranzukommen. Da pfeift der Film auf jedweden Realismus, um so seine Geschichte vorantreiben zu können. Aber vielleicht sollte man ihn sowieso als ein Märchen begreifen.

 

Eines, das von verlorenen Träumen und neu entfachter Passion erzählt, das zelebriert, was gut und schön und echt an Musik ist, während die Schattenseiten des Geschäfts nur schmückendes Beiwerk sind. Vor allem aber ist die Botschaft natürlich, dass es nicht Ruhm und Geld ist, die glücklich machen, es ist die Liebe. Etwas, das Rick bewusst war, bevor er es in seiner Besessenheit, Gerechtigkeit zu erfahren, vergessen hat. Am Ende geht es ihm nicht mal mehr um Geld oder Anerkennung, er will nur von Wilson hören, dass dieser ihn tatsächlich beklaut hat. 

 

Der Film ist leichtherzig, er hat genau die richtige Menge Humor, wobei MacDonald hier die besten Szenen abbekommen hat bzw. sie sich selbst auf den Leib schrieb. 

 

Ein Happyend gibt es aber natürlich dennoch. Sonst wäre ein Film wie „Power Ballad“ einfach auch nicht vollständig. Carney hat erneut Wohlfühlkino erschaffen. Sicher, man weiß zu jeder Sekunde, wie der Hase läuft, aber vielleicht ist das ja auch etwas Schönes, weil etwas Wohliges, Vertrautes und Familiäres mitschwingen. Ein Film, der im Grunde einer Kuscheldecke gleicht. Alles andere als aufregend, aber einfach schön. 

 

Peter Osteried

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