The Furious

Im Grunde variiert die chinesische Produktion „The Furious“ nur, was im Liam-Neeson-Film „96 Hours – Taken“ zu sehen war. Hier wie dort ist es ein Vater, der seine entführte Tochter sucht und dabei über Leichen geht. Nur dass in „The Furious“ noch weniger Backstory vorhanden ist. Dafür sind die Menschenhändler noch perfider, weil sie es auf Kinder abgesehen haben. Wer derart verkommen ist, dem kann nur mit furioser Gewalt beikommen. Oder anders gesagt: Der Film zelebriert die fein choreographierten Fights, eigentlich ist ihm aber egal, wieso gekämpft wird. 

 

Über den Film

Originaltitel

The Furious

Deutscher Titel

The Furious

Produktionsland

HKG,CHN

Filmdauer

114 min

Produktionsjahr

2026

Produzent

許學文, 譚芷珊, 江志強

Regisseur

Kenji Tanigaki

Verleih

capelight pictures OHG

Starttermin

18.06.2026

 

Ein stummer Chinese, der in Thailand lebt und Besuch von seiner Tochter bekommt, muss über sich selbst hinauswachsen, als das Mädchen entführt wird. Er läuft dem Lastwagen hinterher, auf dem sie ist, schlägt wild um sich, wird aber abgeschüttelt. Aber er hat einen Anhaltspunkt und findet die Entführer schon bald wieder, zusammen mit einem Mann, der nach seiner vermissten Frau sucht, einer Journalistin, die diesen Menschenhändlerring untersucht hat. Gemeinsam wollen sie alle Kinder retten.

 

Knapp zwei Stunden Laufzeit – der Großteil davon entfällt auf extrem dynamisch choreographierte Kämpfe, in denen die Hauptfiguren sich wirklich nicht schonen. Nach den wochenlangen Dreharbeiten waren da sicher erholsame Monate danach vonnöten. Denn wie die Hauptdarsteller sich hier beharken, herumspringen, mit Zeug bewerfen, auf den Boden aufprallen, an die Wände geschleudert werden und sich gegenseitig verprügeln, setzt wirklich neue Maßstäbe.

 

In jedem Jahrzehnt gibt es einen Martial-Arts-Film, der herausragt. 2003 war das „Ong-Bak“, 2011 dann „The Raid. Redemption“, in diesem Jahr ist es „The Furious“. Die Handlung ist meist nebensächlich. Sie ist nur die Antriebsfeder, die nötig ist, um das Kampfgeschehen loszutreten und voranzutreiben. Soll heißen: Wer Drama erwartet, ist fehl am Platz. Selbst die Charakterisierung ist allenfalls schemenhaft. Stattdessen gibt es Schauwerte. Zwar ist es so, dass manche Kämpfe zu lang geraten sind und sich eine gewisse Repetition einstellt, aber im Großen und Ganzen ist der Film durchaus rasant erzählt.

 

Wieder einmal zeigt sich, dass ein paar der größten Action-Impulse nicht aus Hollywood, sondern aus dem asiatischen Raum kommen. „The Furious“ ist im wahrsten Sinne des Wortes wild, überbordend in seiner Gewalt, so überzogen, dass es fast schon Parodie ist, aber sich selbst immer ernst nehmend. Das ist ein Film, der Feuer im Blut hat. Vielleicht nichts für jedermann, aber wer auf Action der handgreiflichen Art steht, ist hier genau richtig. 

 

Peter Osteried

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