Die isländische Produktion „The Love That Remains“ macht es dem Publikum nicht leicht. Wohlwollend könnte man sagen, das ist Kunstkino, das sich über Bilder erzählen will. Es ist aber ebenso richtig, dass dies ein Film ist, in dem praktisch nichts passiert. Als ob man Heimvideos einer Familie zusehen würde.
Über den Film
Originaltitel
Ástin sem eftir er
Deutscher Titel
The Love That Remains
Produktionsland
DK, FR, IS, SE
Filmdauer
109 min
Produktionsjahr
2025
Produzent
Anton Máni Svansson, Katrin Pors
Regisseur
Hlynur Pálmason
Verleih
PLAION PICTURES GmbH
Starttermin
18.06.2026
Anna ist Künstlerin, aber so etwas wie den großen Durchbruch hat sie nie erlebt – den kleinen auch nicht. Ein Galerist aus Schweden besucht sie, um ihre Kunst zu sehen, labert sie aber eigentlich nur den ganzen Tag voll, bevor er wieder verschwindet. Von ihrem Mann Maggi lebt sie getrennt, er versucht aber dennoch, die Kindererziehung irgendwie zu deichseln. Sie selbst sieht es lockerer, während die Zwillinge beim Bogenschießen aber nicht immer richtig Acht geben. Und dann ist da noch ein Hahn, dem ein übles Schicksal blüht …
Eine Handlung im eigentlichen Sinne sucht man vergeblich. Wenn die Figuren mal picknicken oder sonst ihrem normalen Alltag nachgehen, hat man das Gefühl, man würde Heimvideos zusehen. Solchen einer Familie, die man kaum kennt, die einen aber nach dem Urlaub damit belästigen. Damit aber nicht genug: Man hat auch das Gefühl, „Die Sendung mit der Maus“ zu sehen. Zum Lachen gibt es nichts, aber die Sachgeschichten, die hat man hier auch, wenn die Kamera elendig lange zeigt, wie eine Maschine Metall schneidet, wie ein Fisch filetiert oder wie Pilze auseinandergenommen werden. Nur fehlt das erklärende, lehrende Element – es bleibt nur ein Gefühl bleierner Langeweile.
Es bleibt unverständlich, was der Filmemacher eigentlich ausdrücken will. Welche Aussage sein Film haben soll. Das wird nicht besser dadurch, dass er totale Momente des Surrealismus integriert. Etwa dann, wenn ein Schwert aus heiterem Himmel herunterfällt, ein toter Hahn sich an seinem Mörder rächt oder eine bessere Vogelscheuche zum Leben erwacht. Wenn das Kunst ist, dann bleibt sie unverständlich, nebulös, ohne Bedeutung. Das alles ist verpackt in eine kolossale Laufzeit von 109 Minuten. Knapp zwei Stunden, die sich lang anfühlen.
Denn letzten Endes gilt für „The Love That Remains“: Der Film hat keinen Anfang und kein Ende – und dazwischen gibt es reichlich nichts.
Peter Osteried







