Tiger und der Schnee, Der

Der neue Film von "Das Leben ist schön"-Regisseur Roberto Benigni ist ein clowneskes Drama über den Tod im Irak.
„It’s a sad and beautiful world“, philosophierte der italienische Komödiant Roberto Benigni einst in Jim Jarmuschs „Down by Law“ in bezaubernd schlechtem Englisch – und bis heute ist er als Regisseur und Schauspieler dieser Weltsicht treu geblieben. Benigni versteht es wie kaum ein anderer, ernsten und traurigen Dingen mit seinem Humor den Stachel zu nehmen – auch wenn sein neuester Film „Der Tiger und der Schnee“ nicht ganz an sein Meisterwerk heranreicht.

Webseite: www.letigreetlaneige-lefilm.com

Originaltitel: La tigre e la neve, Italien 2005,114 min.
Regie: Roberto Benigni
Drehbuch: Roberto Benigni, Vincenzo Cerami
Darsteller: Roberto Benigni, Nicoletta Braschi, Jean Reno, Tom Waits, Emilia Fox, Gianfranco Varetto, Giuseppe Battiston, Lucia Poli, Anna Pirri, Chiara Pirri
Verleih: Concorde
Start: 30.3.2006

PRESSESTIMMEN:

Eine große Liebesgeschichte voller Poesie und Fantasie: Roberto Benigni inszeniert sich als Dichter, der in Bagdad während des Irak-Kriegs seine Angebetete retten will.
Bayerischer Rundfunk

Wie kein anderer beherrscht Roberto Benigni die Kunst der entwaffnenden Naivität. – Sehenswert!  Tip Berlin

Ein Interview mit dem italienischen Regisseur führte die "WELT" am 26.3. – Das ganze Interview hier…

FILMKRITIK:

Benigni selbst hat in „Das Leben ist schön“ (1998) durch die Balance zwischen Tra-gödie und Komödie, Sentimentalität und Wortwitz Maßstäbe gesetzt, die er in seinem neuesten Film nicht zu erfüllen vermag. Statt des Holocausts und den deutschen To-deslagern sind es  in „Der Tiger und der Schnee“ der Irak-Krieg und die Anarchie des besetzten Bagdads, die die Kontrastfolie zu Benignis Humor abgeben: Lachen als Überlebensprinzip, als Mittel, sich gegen kleine und große Katastrophen zur Wehr zu setzen. Und weil das Lachen oft nicht reicht, die schlechte Wirklichkeit zu ignorieren, ist es auch hier wieder die Liebe, die den Helden antreibt, sich gegen den Tod zu stemmen. In „Das Leben ist schön“ verleugnete der Vater aus Liebe zu seinem Sohn die Todesgefahr, die im Konzentrationslager allgegenwärtig war. In seinem neuesten Film ist es die Liebe zu einer Frau (Nicoletta Braschi), die schneewittchengleich im Koma liegt und von den Ärzten aufgegeben wurde. Vittoria ist einem irakischen Dich-ter in dessen Heimatland nachgereist, um ein Interview zu führen, und wurde dort ein Opfer des Krieges. Benigni alias Attilio schafft es, irgendwie in den Irak zu kommen, um seiner Geliebten das Leben zuretten. Als Nebenfigur, die durch ihre stille Melancholie als Kontrast zu Benignis hysterischer Quirligkeit fungieren soll, tritt Jean Reno als gutmütigem Poet Fuad auf.