V8 – Du willst der Beste sein

Die Macher der erfolgreichen Kinderfilmreihe „Die Wilden Kerle“ versuchen sich in ihrem neuen Film an einer Art „Fast & Furious“ für Kinder. Regisseur und Autor Joachim Masannek entwirft in „V8 – Du willst der Beste sein“ eine zwischen Kleinstadtrealität und Magie existierende Welt, in der vier Kinder sich ihren Traum vom Rennfahren erfüllen wollen und dabei vor allem viel über sich selbst lernen.

Webseite: www.v8-film.de

Deutschland 2013
Regie, Buch: Joachim Masannek
Darsteller: Georg A. Sulzer, Maya Lauterbach, Samuel Jakob, Klara Merkel, Emilio Moutaoukkil, Heiner Lauterbach, Adam Bousdoukos, Michelle Monballijn Christoph Maria Herbst, Jürgen Tonkel, Ilja Richter
Länge: 100 Minuten
Verleih: Universal
Kinostart: 26. September 2013

PRESSESTIMMEN:



FILMKRITIK:

Ein Kart. Das ist der große Traum des elfjährigen David (Georg A. Sulzer), der in den Sommerferien gleich drei Jobs angenommen hat, um genug Geld zusammenzusparen. Doch dabei steht im seine kleine Schwester Luca (Maya Lauterbach) im Weg, auf die David aufpassen muss, und die mit ihrem Dachskostüm eine ausgesprochen ungewöhnliche Figur abgibt.

Der 12jährige Robin (Samuel Jakob) dagegen besitzt schon lange ein Kart und trainiert regelmäßig auf der lokalen Bahn. Sein Vater (Heiner Lauterbach) treibt den Jungen an und lobt ihn auch dann kaum, wenn dieser den Rundenrekord bricht. Alle drei leben sie im Norden der Stadt, der schöneren Seite, und blicken mit Geringschätzung auf den Süden, wo die Landschaft von Fabriken geprägt ist – und dem Schrottplatz, wo Kiki (Klara Merkel) mit ihrer Mutter lebt und eifrig an Motoren herumschraubt.

Was die vier so unterschiedlichen Kinder verbindet, ist ihre Lust am Rennfahren. Um diesen Traum zu verwirklichen, werden sie ihre Gegensätze überwinden müssen und sich zusammenraufen. Denn nur gemeinsam können sie versuchen, in die Burg zu kommen – einem geheimnisvollen Ort, den nur erreicht, wer sieben Rennen gewinnt. Vier magische Münzen fallen den Kindern eines Tages vor die Füße, die, wenn man sie in die Luft wirft, Teile einer Botschaft vermitteln. Zusammen bilden die vier das V8-Team, das gegen die etwas älteren Kinder des Barakuda-Teams bei einem geheimen Rennen antreten muss. Kein Erwachsener darf davon erfahren und schon gar nicht Kommissar Habicht (Christoph Maria Herbst), der dem geheimen Rennfahrerbund schon lange auf der Schliche ist…

Nachdem die Erfolgsreihe „Die wilden Kerle“ nach fünf Teilen nun als Serie im Fernsehen angekommen ist, versuchen das Produzententeam „Rat Pack“ und Autor und Regisseur Joachim Masannek eine neue Serie zu etablieren. Ganz deutlich soll „V8 – Du willst der Beste sein“ nur der Auftakt zu einer Filmreihe sein, die die vier Hauptdarsteller irgendwann zur legendären Burg führen wird, die immer wieder erwähnt, aber nie gezeigt wird. Doch das macht nichts, denn die schönsten Momente des Films drehen sich ohnehin weniger um magische Elemente und wilde Autorennen, sondern um ganz normale Alltagsprobleme eines Fast-Teenagers.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass in diesen häuslichen Szenen die erwachsenen Darsteller große Präsenz haben, vor allem Heiner Lauterbach als allzu strenger, um die Karriere seines Sohn Robins bedachter Vater, und Adam Bousdoukos und Michelle Monballijn als Eltern von David und Luca, die mehr über die mystische Burg wissen, als sie anfangs verraten. Im Gegensatz zu ihnen sind die vier unerfahrenen Hauptdarsteller zwar sympathisch und mit ihren Unterschieden gut besetzt, werden von der Regie aber oft dazu angeleitet, allzu erwachsene und dadurch unglaubwürdige Posen einzunehmen. Bisweilen zerfällt „V8 – Du willst der Beste sein“ dadurch in Momente, die allzu bemüht „cool“ sein wollen, und deutlich gelungenere Szenen, in denen etwa David seine Antipathie gegenüber seiner Schwester ablegt, diese endlich mutig wird, oder Kiki ihren Außenseiterstatus überwindet.

Ein hübscher Kinderfilm mit viel Action und Humor.

Michael Meyns