Deutscher Filmpreis verliehen – Lola in Gold für IN DIE SONNE SCHAUEN

Am Freitag Abend wurden im Palais am Funkturm in Berlin die Deutschen Filmpreise verliehen. Dabei räumte Mascha Schilinskis Meisterwerk IN DIE SONNE SCHAUEN mit 10 Lolas mächtig ab. Der Lauf begann schon mit der Auszeichnung von Lena Urzendowsky als beste Nebendarstellerin und setzte sich über die Preise für viele filmische Gewerke bis hin zum besten Drehbuch, der besten Regie und schließlich der Lola in Gold fort, über die sich das Produzententeam um Maren Schmitt, Lucas Schmidt, Lasse Scharpen / Studio Zentral, Network Movie freuen konnten.

Die Lola in Silber ging an Ilker Čataks GELBE BRIEFE und der dritte Platz in Bronze an Michael Verhoevens ACH DIESE LÜCKE DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE nach dem Roman von Joachim Meyerhoff. Hier konnte Senta Berger den Preis für die beste weibliche Hauptrolle entgegen nehmen. Mit 85 Jahren war die „Grande Dame“ des deutschen Films zum ersten Mal überhaupt nominiert und erhielt entsprechend Standing Ovations.

Wim Wenders wurde für sein Lebenswerk mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet und nützte seine Dankesrede für eine Einladung: Nachdem ihn Nastassja Kinski vor einigen Tagen aufgefordert hatte, eine Szene aus dem Film FALSCHE BEWEGUNG von 1975 herauszuschneiden, in der sie als 13 jähriges Mädchen mit nacktem Oberkörper zu sehen ist, gestand er ein, dies heute nie wieder so zu drehen. Dennoch sollte man darüber ins Gespräch kommen, wie mit dem Filmerbe umzugehen ist. Die Frage, ob Filme im Nachhinein zu verändern seien, um der aktuellen Zeit zu entsprechen, sollte von der Filmakademie diskutiert werden.

Der von einigen technischen Pannen geprägte Abend geriet an manchen Stellen etwas zäh. An anderen wiederum sehr emotional und zeigte, wo und für wen das Herz der Branche schlägt. So bekam Berlinale-Chefin Tricia Turtle als Laudatorin tosenden Applaus. Und der Produzent von GELBE BRIEFE Ingo Fließ machte bei seiner Dankesrede aus seiner Kritik an Wolfram Weimers Umgang mit dem Deutschen Buchhandlungspreis einen sehr geschickten Appell für die Meinungsfreiheit.

Am Ende war es ein Abend der Frauen und der Erkenntnis, dass wohl alle Geschlechter mehr miteinander reden sollten, um gemeinsam etwas großes zu schaffen.

Alle Preisträger finden sich hier:

https://www.deutscher-filmpreis.de/preisverleihung/2026/

 

 

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