Eine Frau, die das Kino möglich machte – Zum Tod von Regina Ziegler

Die deutsche Filmbranche verliert eine ihrer großen Persönlichkeiten: Die Filmproduzentin Regina Ziegler ist am 1. November 2026 im Alter von 82 Jahren in Berlin gestorben. Mehr als fünf Jahrzehnte lang hat sie das deutsche Kino und Fernsehen geprägt – mit unternehmerischem Mut, unerschütterlichem Durchsetzungswillen und einem untrüglichen Gespür für Geschichten.

1973 gründete Ziegler, damals gerade 29 Jahre alt, ihre eigene Produktionsfirma. In einer von Männern dominierten Branche war das ein ebenso mutiger wie ungewöhnlicher Schritt. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sie eines der bedeutendsten unabhängigen Produktionsunternehmen Deutschlands. Mehr als 500 Film- und Fernsehproduktionen tragen ihre Handschrift.

Ihr Spektrum reichte vom anspruchsvollen Autorenkino bis zur populären Fernsehunterhaltung. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff und Ulrich Schamoni. Zuletzt produzierte sie mit Schlöndorffs „Heimsuchung“ noch einmal einen großen Kinofilm, der in Cannes seine Premiere feierte und derzeit erfolgreich in den Kinos läuft.

Ziegler war eine Produzentin im besten Sinne: leidenschaftlich, risikobereit und stets auf der Suche nach neuen Stoffen und Talenten. Sie war aber auch dem Kino eng verbunden. Als Betreiberin des Filmkunst 66 in Berlin war sie mit dem Kinoalltag und dem Publikum bestens vertraut. Eine Verbindung die sicher auch auf ihre Arbeit als Produzentin wirkte.

Mit Regina Ziegler verliert das deutsche Kino nicht nur eine außergewöhnliche Unternehmerin, sondern eine Frau, die über Jahrzehnte hinweg Filme möglich gemacht hat. Ihr Werk wird bleiben.

Bild: Regina Ziegler (c) Ziegler-Film

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